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Maximilian Arndt ist Deutscher Meister im Viererbob
Maximilian Arndt gewann 2007 die Junioren-Weltmeisterschaft im Zweierbob © imago

Kiriasis rettet mit Platz zwei bei der Bob-WM ihre Saison. Shootingstar Arndt landet bei einer "geilen Veranstaltung" direkt auf Rang drei und macht Mentor Lange stolz.

Lake Placid - Versöhnlicher Saisonabschluss für Sandra Kiriasis, umjubelte Premiere für Maximilian Arndt:

Bei der WM in Lake Placid fuhr das deutsche Bob-Team in den ersten zwei Entscheidungen gleich zwei Medaillen ein. Während die in diesem Winter sieglose Kiriasis mit Silber ihre Saison rettete, durfte sich Shootingstar Arndt in seinem ersten Zweier-Rennen bei Weltmeisterschaften über Bronze freuen.

"Ich bin richtig glücklich, das war eine geile Veranstaltung", sagte Arndt, der jedoch im letzten Durchgang nach dem Sprung in den Bob eines seiner Lenkseile erst in Kurve drei zu fassen bekam.

Auf jeden Fall habe der richtige Mann gewonnen, meinte Arndt: "Steven hat geile Läufe runtergebracht." Lokalmatador Steven Holcomb aus den USA hatte am Ende 0,55 Sekunden Vorsprung auf Arndt und seinen Top-Anschieber Kevin Kuske . Silber ging an den Kanadier Lyndon Rush (0,46 zurück).

Mentor Lange "mächtig" stolz

Arndts Mentor Andre Lange, der mit seinem "Kronprinzen" am Fernseher mitfieberte, war aber auch über Bronze "mächtig stolz". (SERVICE: Alles zum Wintersport)

"Dass Max bei seinem ersten WM-Zweierrennen gleich eine Medaille mit nach Hause bringt, ist eine Riesengeschichte. Da werden viele Leute in Oberhof bis über beide Ohren grinsen", sagte der viermalige Olympiasieger dem "SID".

Friedrich verpasst Medaille

Nachwuchs-Pilot Francesco Friedrich, der einen sensationellen zweiten Renntag erwischte, schrammte nur ganz knapp an einer Medaille vorbei.

Der Junioren-Weltmeister aus Oberbärenburg katapultierte sich noch auf einen starken vierten Platz vor und lag am Ende nur 0,07 Sekunden hinter Arndt.

Machata enttäuscht

Vierer-Weltmeister Manuel Machata enttäuschte dagegen mit durchweg indiskutablen Startzeiten und kam mit Anschieber Andreas Bredau nicht über Rang sieben (1,40 zurück) hinaus.

"Er war am Start von der Spitze zu weit weg, da muss mehr kommen", kritisierte Thomas Schwab, Sportdirektor beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD).

Kiriasis "happy" über Silber

Neben Arndt hatte auch Kiriasis Grund zum Jubeln. Die 37-Jährige aus Winterberg musste sich mit Anschieberin Petra Lammert als Zweite (0,33 Sekunden zurück) lediglich der kanadischen Olympiasiegerin Kaillie Humphries geschlagen geben.

WM-Silber war für die in diesem Winter sieglose Kiriasis ein versöhnlicher Saisonabschluss: "Ich bin total happy."

Nach der Zieleinfahrt hatte die Olympiasiegerin von 2006 aus dem Schlitten heraus mit zwei Fingern das "Victory"-Zeichen geformt und damit deutlich gemacht: Ich fühle mich wie eine Gewinnerin.

13-monatige Durststrecke

Dass ihr letzter internationaler Sieg bereits knapp 13 Monate zurückliegt, war der ehrgeizigen Athletin in diesem Moment egal: "Wir wollten unbedingt nochmal angreifen. Das waren zwei super Läufe zum Schluss."

Dass sie in den nicht ganz so starken ersten beiden Durchgängen möglicherweise Gold verspielt hatte, darüber wollte die dreimalige Weltmeisterin nicht nachdenken: "Hätte, wenn und aber gibt es nicht. So ist nun mal der Sport."

Humphries' Premieren-Sieg

Humphries sorgte für den ersten WM-Titel einer kanadischen Bobfahrerin in der Geschichte. Rang drei (1,00 zurück) ging an die Lokalmatadorin Elena Meyers aus den USA.

Titelverteidigerin Cathleen Martini wurde am Ende Vierte (1,25 zurück). Die Winterbergerin Anja Schneiderheinze belegte den achten Rang (2,30 zurück).

Siegesserie gerissen

Im Teamwettbewerb ist die deutsche Siegesserie derweil gerissen. Deutschland I mit den Skeletonis Frank Rommel und Marion Thees sowie den Zweierbobs mit den Piloten Kiriasis und Arndt holte hinter Gastgeber USA I Silber.

Rang drei belegte Kanada I. Zuvor hatte Deutschland in der nicht-olympischen Disziplin seit der WM-Premiere 2007 alle vier möglichen Titel gewonnen.

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