vergrößernverkleinern
Für Andre Lange verlief die EM-Generalprobe im Zweierbob unglücklich © getty

Verpatzte EM-Generalprobe für Weltmeister Andre Lange. Er fährt beim Weltcup in St. Moritz hinterher. Eine Kollegin triumphiert.

Die deutschen Zweierbob-Piloten um Andre Lange haben bei der EM-Generalprobe in St. Moritz nach einem Lospech ihr Waterloo erlebt.

Sandra Kiriasis fuhr dagegen beim Weltcup nur einen Tag vor dem Rennen um die Medaillen vor Cathleen Martini zum 37. Erfolg ihrer Laufbahn und baute mit ihrem zweiten Saisonsieg die Führung im Gesamtweltcup aus.

Vizeweltmeister Thomas Florschütz (Riesa), Weltmeister Lange (Oberhof) und Karl Angerer (Königssee) mussten sich auf der Natureisbahn im Oberengadin mit den Rängen 6, 11 und 12 begnügen. Erstmals nach fast zwei Jahren und 15 Rennen gab es keinen Podestplatz.

Lueders siegt

Zum Sieg fuhr zwei Tage vor dem Titelkampf der Kanadier Pierre Lueders.

"Das ist schon eine Katastrophe, das habe ich noch nie erlebt. Da steht man da und hofft, dass Rumänien oder Polen langsamer ist - damit man überhaupt den zweiten Lauf erreicht", sagte Lange.

"Alles auf die WM"

Als 17. des ersten Durchgangs schaffte es der Oberhofer gerade so unter die 20 Finalisten. Der Doppel-Weltmeister fügte aber auch hinzu: "Ich habe alles auf die WM ausgerichtet, da muss man es aushalten, wenn man zwischendurch Prügel bekommt."

Auch bei Kiriasis (Winterberg) lief es nicht ideal, nach zwei Läufen war sie mit Ersatzanschieberin Berit Wiacker dennoch zwei Hundertstelsekunden schneller als Martini (Oberbärenburg). "Bei der EM kann ich mir solch schlechte Fahrten nicht erlauben", meinte Kiriasis.

Fünfter Podestplatz

Die 34-Jährige fuhr in allen fünf Rennen des Winters auf das Podest. Die bei Halbzeit zeitgleich mit ihr in Führung liegende Britin Nicola Minichiello (0,36 Sekunden zurück) wurde Dritte, Claudia Schramm (Oberhof/0,48) Vierte.

Die deutschen Männer hatten auch ein wenig Pech mit der Auslosung. Lange war am Morgen mit Startnummer 1 und Ersatzanschieber Matej Juhart, am Samstag wird Martin Putze eingesetzt, auf der frisch gespritzten und deshalb rauen Piste das "Räumfahrzeug" gewesen.

Der zuletzt zweimal siegreiche Florschütz hatte die Nummer fünf erwischt und meinte: "Mit einer niedrigen Startnummer hat man keine Chance. Ich bin zufrieden."

Lueders vor Rüegg

Im Nachholwettbewerb für Cesana war Nagano-Olympiasieger Lueders, zuletzt in Königssee als Halbzeit-Spitzenreiter wegen Übergewichts des Schlittens disqualifiziert, nach zwei Läufen 0,30 Sekunden schneller als der Schweizer Ivo Rüegg.

Dritter wurde dessen Landsmann Beat Hefti (0,74 Sekunden zurück), der damit auch die Führung im Zweierbob-Gesamtweltcup von Andre Lange übernahm.

Der Abstand von Florschütz und Anschieber Jens Nohka betrug 0, 90 Sekunden. Lange (971 Punkte), der 1,15 Sekunden langsamer als der Sieger war, verlor mit 931 Punkten die Weltcup-Führung nach fünf von acht Rennen an Hefti (971).

Letztmals waren die deutschen Piloten am 10. Februar 2007 in Cesana am Podest vorbeigerauscht, damals wurde Olympiasieger Lange wegen Untergewichts disqualifiziert.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel