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Andre Lange gewann bereits neun Weltmeisterschafts-Titel in verschiedenen Bobs © getty

Durch zwei tolle Schlussläufe fahren der Titelverteidiger und sein Team bei der WM in Lake Placid noch auf Rang zwei vor.

Lake Placid - Titel verloren, Silber gewonnen: Der neunmalige Bob-Weltmeister Andre Lange musste sich in der Vierer-Entscheidung der WM in Lake Placid zwar Lokalmatador Steven Holcomb geschlagen geben, rettete aber immerhin seine neunte WM-Medaille in Serie im großen Schlitten (6mal Gold/2mal Silber/1x Bronze).

Holcomb gewann als erster US-Amerikaner seit 1959 wieder einen Vierer-Titel. Bronze ging an Janis Minins (Lettland).

"Nach dieser katastrophalen Weltcup-Saison war das eine sensationelle Leistung meiner Mannschaft. Mehr ging diesmal nicht. Ich bin absolut happy", sagte Titelverteidiger Lange, der in Lake Placid zuvor nur 5. in der Zweier-Konkurrenz war.

Am Ende bildete das Lange-Team ein Jubelknäuel im Zielraum. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich jemals so über eine Silbermedaille gefreut habe", sagte Lange.

Aufholjagd in den Schlussläufen

Gemeinsam mit seinen Bremsern Alexander Rödiger, Kevin Kuske und Martin Putze kämpfte sich der dreimalige Olympiasieger aus Oberhof von Rang vier aus durch großen Kampfgeist und Mut noch auf das Siegerpodest nach vorne.

"Der Andre ist voll am Limit gefahren, um die Medaille abzusichern", sagte Olympiasieger Christoph Langen als TV-Experte des "ZDF".

Lange zeigte aber auch Respekt vor der überragenden Leistung von Steven Holcomb, der in allen vier Läufen Bestzeit fuhr und am Ende fast eine Sekunde schneller war (0,97) als sein deutscher Rivale.

"Holcomb war auf dieser Bahn klar der Beste. Er hat den Sieg verdient, aber auch wir haben jetzt Grund zum Feiern und diese Medaille zu genießen."

Wirbel um Schlitten

Der wochenlang in der Kritik stehende neue Schlitten aus der Berliner High-Tech-Schmiede des Institutes für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) zeigte sich auf der WM-Bühne zumindest konkurrenzfähig.

Sportdirektor Thomas Schwab kündigte "genaue Ursachenforschung" ebenso an wie das Festhalten am Schlitten.

"Wir werden bereits in zwei Wochen ein verbessertes Modell testen", sagte Schwab. Und der an der Entwicklung beteiligte Langen meinte: "In Vancouver werden wir einen Siegerbob haben."

Rippenbruch für Angerer-Bremser

Die beiden anderen deutschen Fahrer enttäuschten auf der schwer zu meisternden Bahn in den Adirondack-Bergen des US-Bundesstaates New York.

Zweier-Vizeweltmeister Thomas Florschütz war im gesamten Verlauf der Konkurrenz chancenlos und landete nur auf Platz 13. WM-Newcomer Karl Angerer stürzte gleich im ersten Lauf und schied aus.

Angerers Bremser Andreas Udvari erlitt beim Unfall nach Kurve 12 einen Rippenbruch. Das restliche Trio kam mit blauen Flecken und Schürfwunden davon. "Schlimmer waren die seelischen Schmerzen", meinte Angerer frustriert.

"Die Jungs haben sich das ganze Jahr für die WM reingehauen, und dann passiert so etwas. Meine Jungs tun mir leid."

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