Angesichts der Formkrise bei den erfolgsverwöhnten deutschen Bobpiloten hat Bundestrainer Christoph Langen die Vorbereitung seiner Athleten kritisiert und die Heimtrainer zum Umdenken aufgefordert.

"Die letzten 15, 20 Jahre hat die Arbeit für die Weltspitze gereicht - jetzt nicht mehr", sagte der ehemalige Weltklasse-Pilot vor dem Heim-Weltcup in Altenberg (4. bis 6. Januar) der "Sächsischen Zeitung".

Vor allem die im Vergleich zur Weltspitze hohen Zeitrückstände am Start seien in der Sommervorbereitung verschuldet worden, bemängelte der 51-Jährige.

Dort seien "nicht immer die Prioritäten hundertprozentig richtig gesetzt worden". Langen fordert von seinen Athleten: "Für Olympia muss der private Bereich zurückstecken."

Trotz der Krise hat Langen die Hoffnung auf eine Trendwende noch nicht aufgegeben.

"Wenn wir zum richtigen Zeitpunkt alles abrufen können, fahren wir auch wieder um den Sieg", sagte der Bundestrainer: "Es herrscht keine Ratlosigkeit. Wir wissen genau, was wir zu tun haben, und arbeiten daran."

Kurzfristige Veränderungen seien allerdings nur schwer zu erreichen, gab Langen zu: "Leistungssport ist leider kein Lichtschalter, den ich drücke, und dann brennt Licht."

Dass auch seine Arbeit zunehmend kritisch beäugt wird, weiß Langen: "Natürlich habe ich Druck, genauso wie die Sportler."

In den bisherigen fünf Weltcups der Saison gelang den Athleten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) noch kein einziger Sieg.

Die Ausgangslage für einen Erfolg bei den Rennen ab Freitag im heimischen Altenberg ist günstig, da einige Topleute auf einen Start verzichten, um sich auf der WM-Bahn von St. Moritz auf die diesjährigen Titelkämpfe (21. Januar bis 3. Februar) vorzubereiten.

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