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Sascha Rabe baute 2006 sein Abitur am Berliner Coubertin-Gymnasium © imago

Eistänzer Sascha Rabe wirft Sportdirektor Dönsdorf erneut sexuelle Nötigung vor. Er sei in "ein tiefes Loch" gefallen.

Berlin - Der Berliner Eistänzer Sascha Rabe hat erstmals öffentlich über seinen vor vier Wochen unternommenen Selbstmordversuch gesprochen. (Dunkle Last: Rabe versucht Selbstmord)

"An dem Abend war ich depressiv, hilflos, machtlos, es war da ein tiefes Loch. In meinem Kopf spukte herum: es geht nicht mehr", sagte der 23-Jährige im Gespräch mit der "Berliner Morgenpost".

Auslöser des Selbstmordversuchs sei ein Schreiben der Deutschen Eislauf-Union (DEU) gewesen, in dem Rabe aufgefordert wurde, die Verbandsärzte auch gegenüber Sportdirektor Udo Dönsdorf von ihrer Schweigepflicht zu entbinden.

Vorwurf der sexuellen Nötigung

Rabe beschuldigt Dönsdorf, ihn vor zwei Jahren in der Nacht vor einer Kader-Sichtung in einem Berliner Hotel sexuell genötigt zu haben.

Der Sportdirektor bestreitet den Vorwurf der sexuellen Belästigung. Die DEU sprach bei der Aufarbeitung des Falls von einer "privaten Angelegenheit" und beließ Dönsdorf im Amt.

"Das wäre genauso, als wenn der Schuldirektor seine Abiturientin einen Tag vor der mündlichen Prüfung zu sich nach Hause einlädt und sagt: Komm, wir besprechen nochmal alles. Und das Schulamt erklärt, was der Lehrer in seiner Freizeit macht, ist nicht unser Kram", sagte Rabe zur Haltung der DEU: "Herr Dönsdorf ist in seiner Position nicht mehr tragbar."

"Kein dienstlicher Zusammenhang"

Er habe den Eindruck, man wolle den Vorfall "unter den Teppich kehren". (Fall Dönsdorf "erledigt")

DEU-Vizepräsident Uwe Harnos wehrt sich gegen diesen Vorwurf. "Unsere Entscheidung fußt auf dem uns vorliegenden E-Mail-Verkehr zwischen den beiden Herren. Daraus wird deutlich, dass sich die Aussagen in der Sache nicht unterscheiden, nur in der Bewertung."

Harnos ergänzt: "Der Vorfall hat nachts in einem Hotelzimmer stattgefunden. Für uns ist kein dienstlicher Zusammenhang."

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