vergrößernverkleinern
Aljona Savchenko udn Robin Szolkowy wurden 2004 erstmals Deutscher Meister © imago

Mit neuem Programm feiern Savchenko/Szolkowy mit ihrem siebten nationalen Paarlauf-Titel eine gelungene Generalprobe für die EM.

Oberstdorf - Den deutschen Uralt-Rekord eingestellt und den kritischen Trainer Ingo Steuer überzeugt.

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy sind knapp ein Jahr nach der olympischen Enttäuschung von Vancouver überlegener denn je.

"Und das waren noch keine 100 Prozent", stellte die gebürtige Ukrainerin nach dem siebten deutschen Paarlauf-Titel in Oberstdorf ungerührt fest.

Als "Pink Panther" becircte die 26-Jährige das Publikum derart, dass die beiden Stürze ihres Partners bei den dreifachen Sprüngen kaum auffielen und selbst von ihrem detailbesessenen Coach nur milde getadelt wurde.

"Bin voll und ganz zufrieden"

Zumal Szolkowy mit den Nachwirkungen einer Grippe zu kämpfen hatte.

"Diesmal war die Erdanziehungskraft stärker als Robin", scherzte Steuer. "Trotzdem bin ich voll und ganz zufrieden, weil er den Salchow im zweiten Teil der Kür gewagt hat."

In dieser Verfassung werden die beiden Sachsen sowohl bei den Europameisterschaften Ende Januar in Bern als auch bei den Welttitelkämpfen im März in Tokio nur sehr schwer zu schlagen sein.

In der deutschen Paarlauf-Historie haben Savchenko/Szolkowy schon jetzt ihren festen Platz: Durch den überlegenen Sieg zogen sie mit den legendären Olympiasiegern Maxi Herber und Ernst Baier gleich, die zwischen 1934 und 1941 sieben nationale Titel geholt hatten.

Neue Basis der Zusammenarbeit

Die Entscheidung, nach dem verpassten Olympiasieg 2014 in Sotschi einen letzten Anlauf auf olympisches Gold zu nehmen, hat neue Kräfte freigesetzt bei Savchenko und Szolkowoy.

Scheinbar auch, weil die jahrelang zementierte Rollenverteilung zwischen Sportlern und Trainern neu justiert wurde, um leistungshemmende Spannungen in Zukunft bereits im Ansatz zu erkennen und gezielter abzubauen.

"Die Basis unserer Zusammenarbeit ist anders geworden", erläutert Szolkowy. "Da reden jetzt drei Erwachsene miteinander, es ist mehr ein Dialog."

Damit verdeutlichte sie indirekt, dass in der Vergangenheit wohl nicht selten eher nebeneinander statt miteinander agiert wurde.

An internationale Medaillen nicht zu denken

Das spürbar verbesserte Arbeitsklima ist auch für die öffentliche Wahrnehmung der DEU überlebenswichtig, denn in den drei übrigen Disziplinen ist an internationale Medaillen momentan nicht zu denken.

Für die alte und neue deutsche Meisterin Sarah Hecken aus Mannheim wäre eine Top-10-Platzierung bei der EM in Bern ebenso schon ein Erfolg wie für die neuen Titelträger Peter Liebers aus Berlin und die Oberstdorfer Eistänzer Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi.

"Bin mehr der Springer-Typ"

Immerhin: Besonders die Einzelläufer Liebers und Hecken zeigten sich speziell choreographisch dank längerer Trainingsaufenthalte in Kanada bzw. Italien verbessert.

"Es war gut, dass man sich in diese Richtung geöffnet hat", vermerkt Elke Treitz, Vize-Präsidentin der DEU, positiv.

Doch bleibt in diesem Segment noch viel Arbeit. Speziell für die WM-Zwölfte Hecken ist das künstlerische Feintuning der pure Stress, wie die 17-Jährige unumwunden einräumte.

"Zur Choreographie muss ich immer ein bisschen gezwungen werden. Irgendwie bin ich mehr der Springer-Typ."

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel