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Aljona Savchenko und Robin Szolkowy wurden 2004 erstmals Deutscher Meister © getty

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy stehen bei der EM unter Druck. Der Titelgewinn ist aufgrund der finanziellen Lage ein Muss.

Bern - "Es wäre gut, wenn wir hier gut sind."

Für Erfolgstrainer Ingo Steuer keine Binsenweisheit, sondern ein wichtiger Schritt in eine erfolgreichere Zukunft, vor allem finanziell.

Denn seine Schützlinge Aljona Savchenko und Robin Szolkowy wollen bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Bern nicht nur den vierten Paarlauf-Titel gewinnen, sondern auch mehr öffentliches Interesse wecken und damit potente Sponsoren anlocken.

Denn trotz zweier WM-Titel, dreimal EM-Gold und Olympia-Bronze in Vancouver sind die beiden Chemnitzer eher Randfiguren denn Stars der deutschen Sportlandschaft.

Förderer aus Sachsen

Die schwierig auszusprechenden Namen und die Stasi-Vergangenheit des Coaches schrecken bislang große Förderer außerhalb Sachsens weitgehend ab, zumal die beiden ihren Trainer selbst bezahlen müssen.

Ermöglicht wird dies durch Preisgelder, Schaulauf-Gagen und einen Pool von Kleinsponsoren, überwiegend aus dem Großraum Chemnitz.

Diese Saison ungeschlagen

Daher ist der EM-Titel schon allein aus finanzieller Sicht Pflicht, auf ein Wunder von Bern müssen Savchenko und Szolkowy aber nicht hoffen.

Auch rein sportlich wäre alles andere als Gold für die Olympiadritten im Paarlauf eine Enttäuschung. "Wir haben uns ganz auf das Training konzentriert, keine Shows, keine Galas", sagt die gebürtige Ukrainerin.

Vier Starts, vier Siege - die Saisonbilanz der beiden Chemnitzer ist makellos und soll es auch bleiben.

Frierend in der Halle

"Zu Beginn des Jahres war ich von einer Grippe geschwächt, aber ich fühle, dass die Kraft wieder zurückgekommen ist", sagt Szolkowy, der bei den Deutschen Meisterschaften noch etwas indisponiert wirkte und in der Kür zweimal stürzte.

Auch die Aussicht auf eine unbeheizte Berner Wettkampfhalle - im modernen Eiskunstlauf fast ein Anachronismus - lässt die Ex-Weltmeister nicht frösteln.

Trainer Ingo Steuer: "Die Bedingungen sind ja alle gleich. Zusammen mit meiner damaligen Partnerin Mandy Wötzel bin ich 1997 in Lausanne schließlich auch ohne Heizung Weltmeister geworden."

Savchenko fühlt sich sogar an ihre erste Gehversuche auf Schlittschuhen erinnert: "Es ist fast wie in meinen Kindertagen, als ich auf zugefrorenen Seen Schlittschuh gelaufen bin."

Hecken peilt Top-Ten-Ergebnis an

Auch die beiden deutschen Einzel-Meister wollen für Furore sorgen.

Für Sarah Hecken (Mannheim) und Peter Liebers (Berlin) geht es um eine Top-Ten-Platzierung, besonders die WM-Zwölfte Hecken will mit einem größeren Sprungrepertoire und einer verbesserten Choreografie die Preisrichter beeindrucken.

Lutz und Rittberger jetzt dreifach

Und das, obwohl Anmut und Grazie nicht die Stärken der Olympia-Teilnehmerin von Vancouver sind.

"Ich bin mehr der Springer-Typ", gibt die 17-Jährige unumwunden zu. Immerhin: Lutz und Rittberger sind jetzt dreifach im Programm, allerdings nicht immer stabil.

Trainer Peter Sczypa: "Wir wollen und müssen diese Sprünge in dieser Saison durchboxen."

Zwei Herren am Start

Auch Liebers ist mehr ein sportlich orientierter Läufer, hat sich aber dank eines längeren Trainingsaufenthaltes in Kanada auch vom Ausdruck her verbessert.

Der deutsche Vize-Meister Denis Wieczorek aus Erfurt sicherte durch den dritten Platz in der Qualifikation einen Startplatz für das Kurzprogramm.

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