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Aljona Savchenko und Robin Szolkowy sind zum vierten Mal Europameister © getty

Bei der EM-Kür läuft nicht alles glatt, aber das Vorzeigepaar lässt nichts mehr anbrennen. Auch zwei Landsleute überzeugen.

Bern - Mit einer kämpferischen, aber nicht fehlerfreien "Pink-Panther"-Kür haben sich Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zum vierten Mal EM-Gold im Paarlauf gekrallt.

Die Olympia-Dritten von Vancouver entthronten bei den Europameisterschaften in Bern mit 206,20 Punkten die Vorjahressieger Yuko Kawaguti und Alexander Smirnow aus Russland (203,61), Bronze ging an deren Landsleute Wera Basanowa und Juri Larjonow (188,24).

Während die schwierigen Elemente glatt liefen, blieb die gebürtige Ukrainerin ausgerechnet bei einer leichten Sitzpirouette im Eis hängen und kam völlig aus dem Rhythmus.

Mit schreckgeweiteten Augen verfolgte Coach Ingo Steuer am Rande der Bande das Malheur, im weiteren Verlauf des Programms jedoch fingen sich seine Schützlinge. Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News

Doppelter statt dreifacher Salchow

"Ich bin irgendwie hängengeblieben, ich wusste nicht, was ich machen sollte", sagte Savchenko. Am Ende ihres Vortrags verzichteten die beiden Chemnitzer allerdings aus Sicherheitsgründen auf den dreifachen Salchow und drehten ihn nur doppelt.

Damit bewahrheiteten zumindest nicht die Befürchtungen von Szolkowy, der vor der Kür mit Sorge die eisigen Temperaturen in der unbeheizten Arena von Bern betrachtet hatte:

"Ich hoffe nicht, dass die Hände so kalt werden, dass es Probleme bei den Hebungen gibt. Die Bedingungen hier sind schon hart an der Grenze."

Hausch/Wende sichern Rang sechs

Im Schatten der neuen Titelträger behaupteten die deutschen Vize-Meister Maylin Hausch und Daniel Wende Rang sechs (149,97) nach dem Kurzprogramm.

Dabei hatte die Schützlinge von Trainer Karel Fajfr eine Schrecksekunde zu überstehen. Bei einer Lasso-Hebung versagten Wende die Hände den Dienst, beinahe wäre es zu einem gefährlichen Sturz gekommen.

"Ich war wie schockgefroren und habe kaum noch Gefühl in den Händen gehabt", berichtete der 26-Jährige. Seine Partnerin ergänzte: "Wir wollten eigentlich noch einen Platz gutmachen, aber daran war nach diesem Missgeschick nicht mehr zu denken."

Gierok/Just verpassen WM-Quali

Noch etwas überfordert waren bei ihrem gemeinsamen EM-Debüt Katharina Gierok aus Krefeld und der Essener Florian Just. Die DM-Dritten kamen mit 118,06 Punkten auf den elften Platz, damit verpassten sie die Qualifikation für die Welttitelkämpfe im März in Tokio.

Bereits am Nachmittag hatte es ein kleines deutsches Eislauf-Wunder in Bern gegeben: Der in Oberstdorf trainierende Tscheche Michal Brezina greift im Kurzprogramm der Herren nach einer Medaille, Peter Liebers aus Berlin setzte sich wie geplant in den Top-Ten fest.

Brezina, 20-jähriger Schützling von Trainer Karel Fajfr musste mit 76,13 Punkten nur den Franzosen Florent Amodio (78,11) knapp vorbeilassen, Dritter ist der Russe Artur Gaschinski (73,76).

Liebers knapp unter Saisonbestmarke

Aber auch der deutsche Meister aus Berlin durfte mit seinem diesjährigen EM-Einstand und Rang neun im Zwischenklassement zufrieden sein. Angefeuert von mehr als hundert deutschen Fans sammelte Liebers mit seinem "Blues deluxe" 64,53 Zähler und blieb damit nur knapp unter seiner Saisonbestmarke.

Weitaus schlechter ging es hingegen dem favorisierten Ex-Weltmeister Brian Joubert, der nach einem Sturz beim dreifachen Lutz bis auf den siebten Platz durchgereicht wurde.

22. ist vor der Kür-Entscheidung am Samstag (18.15 Uhr) der deutsche Vize-Meister Denis Wieczorek aus Erfurt.

Freitag folgt Kurzprogramm der Damen

Schon am Mittag hatte Ottavio Cinquanta, Präsident des Eislauf-Weltverbandes ISU, einen neuen Mannschafts-Wettbewerb der Eiskunstläufer angekündigt, der seine Premiere schon bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi erleben soll.

Angesichts der zahlreichen Beschwerden über die Kälte in der unbeheizten EM-Arena versprach der Italiener, die ISU werde internationale Meisterschaften nur noch in warmen Hallen veranstalten.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (14 Uhr) mit dem Kurzprogramm der Damen fortgesetzt. Ab 19 Uhr fällt die Entscheidung im Eistanz.

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