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Ksenia Makarova geht für Russland in der Damen-Konkurrenz an den Start © getty

Das deutsche Duo muss so spät wie noch nie bei einer WM ran. Steuer spricht von Motivationsproblemen, Moskau hat Probleme.

Hamburg - Für Robin Szolkowy sind manchmal die ganz profanen Dinge wichtig für den Erfolg.

"In meinem Hotelzimmer kann man das Fenster aufmachen, das ist viel wert und lässt mich gut schlafen", sagt der Paarlauf-Europameister und schmunzelt dabei.

Und so lösen sich die zahlreichen Bedenken im Vorfeld der Weltmeisterschaften in Moskau langsam, aber stetig in Luft auf, im Fall des Chemnitzers sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

Schon das ist ein Erfolg für den neu erwachten Sportriesen Russland, der nur zu gern die Ausrichtung der für Ende März in Tokio geplanten Titelkämpfe übernommen hat. Dabei wurde geklotzt und nicht gekleckert.

Putin will sich feiern lassen

Ministerpräsident Wladimir Putin stellte eine Bürgschaft in Höhe des Gesamtetats von umgerechnet 5,2 Millionen Euro aus, machte seinen Innenminister zum OK-Chef und wird sich dafür bei der offiziellen Eröffnungsfeier im Megasport-Palast am Mittwoch gebührend feiern lassen.

Der Zeitplan wurde so umgebaut, dass der einstige Staatspräsident gerade noch rechtzeitig von einem Besuch aus Schweden zurückkehren kann.

Dass es bei dieser Zeremonie aber eher schlicht zugehen wird, ist nicht zu vermeiden und für Peter Krick, Sportdirektor des Weltverbandes ISU, auch gar kein großes Problem.

Farblose Feier steht bevor

"Es geht jetzt nur um die reinen Fakten, dass alles funktioniert und passt. Auf großartige Dekorationen und Blumengebinde müssen wir diesmal verzichten. Das Wichtigste ist, dass der Sport funktioniert, dass die Leute dahin kommen, wo sie hinwollen, dass sie ein Bett haben und dass es irgendwann auch 'mal etwas zu essen gibt."

Und dafür wird gesorgt, denn die WM-Gastgeber wollen auch mit dieser Veranstaltung Russlands neue Sportgröße ins Rampenlicht rücken. Durchaus möglich, dass die für Oktober ebenfalls nach Tokio vergebenen Weltmeisterschaften der Kunstturner auch in Moskau stattfinden.

Auch Sommerspiele angepeilt

Der Weltverband FIG entscheidet darüber in knapp vier Wochen. Über Winter-Olympia 2014 in Sotschi und die Fußball-WM 2018 soll der Weg zu Olympischen Sommerspielen im einstigen Zarenreich führen, vielleicht schon 2020, realistisch wohl eher 2024.

Dass die Shuttle-Busse etwas seltener fahren als gewohnt, dass im Moskauer Stadtbild nur wenig auf das Großereignis hinweist - die Kufenkünstler und auch die Funktionäre nehmen es sportlich.

Lob für Russen, Stichelei gegen Merkel

"Schon beeindruckend, was die Russen in der Kürze der Zeit auf die Beine gestellt haben. Das wäre in Deutschland in dieser Form undenkbar gewesen", sagte Elke Treitz.

Die Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU) hatte kurzfristig damit geliebäugelt, mit der Westfalenhalle in Dortmund einen WM-Anlauf zu nehmen, musste aber schnell einsehen: "Von Frau Merkel hätten wir eine solche Bürgschaft nie bekommen."

Savchenko/Szolkowy bereit

Für Robin Szolkowy, der mit seiner Partnerin Aljona Savchenko am Donnerstag zum dritten Mal Paarlauf-Weltmeister werden will, ist es wichtig, dass die WM überhaupt noch in dieser Saison stattfindet. "Es war eine lange Durststrecke, aber nun sind wir bereit."

Seit Ende Januar hatten sich die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer nur mit Training und gelegentlichen Schaulaufen in Form gehalten.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Der WM-Zeitplan

Ostermontag: Männer, Qualifikation (12 Uhr).

Dienstag: Eistanz, Qualifikation (10 Uhr), Damen, Qualifikation (13.30 Uhr).

Mittwoch: Männer, Kurzprogramm (11.30 Uhr), Paarlauf, Kurzprogramm (17.30 Uhr).

Donnerstag: Herren, Kür (11 Uhr), Paarlauf, Kür (16 Uhr).

Freitag: Damen, Kurzprogramm (11.30 Uhr), Eistanz, Kurztanz (16.30 Uhr).

Samstag: Damen, Kür (11.30 Uhr), Eistanz, Kür (16.30 Uhr).

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