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Aljona Savchenko und Robin Szolkowy trainieren seit 2002 zusammen © getty

Nach der Kurzkür ist für das deutsche Duo Rang eins noch möglich. Der deutsche Meisters Peter Liebers erreicht das Finale.

Moskau - Platz eins verfehlt, aber Gold im Visier: Mit einem sehenswerten Kurzprogramm haben Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Moskau die Chance auf ihren dritten WM-Titel gewahrt.

Die Europameister aus Chemnitz sammelten bei den Preisrichtern 72,98 Punkte ein und mussten nur den chinesischen Titelverteidigern Pang Qing und Tong Jian (74,00) den Vortritt lassen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Kür ohne Fehler

Die Kurzkür zur russischen Volksweise Korobuschko kam bei den Besuchern glänzend an und die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer, von dieser Unterstützung sichtlich beflügelt, leisteten sich keinen einzigen Fehler.

Auch der dreifache Toe-Loop, in der Vergangenheit öfters ein Probblemsprung, gelang vortrefflich. Die siebenmaligen deutschen Meister fielen sich erleichert in die Arme, Steuer ballte triumphierend die Faust. Aus dem Schatten des Traumpaars

Beachten müssen die letztjährigen Olympia-Dritten von Vancouver bei der Kür-Entscheidung am Donnerstag (16.00 Uhr) aber auch die drittplatzierten Russen Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow (70,35).

Russische Konkurrenz

Steuer: "Die Chinesen waren einen Tick besser, aber es ist und bleibt ein sehr enger Wettkampf."

Wolososchar, mehrere Jahre von Steuer in Chemnitz betreut, und ihr neuer Partner begeisterten auch Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin, der direkt von einem politischen Meinungsaustausch in Schweden in die Wettkampfhalle eingeflogen worden war.

Der dreifache Toe-Loop war ebenso sehenswert wie der dreifache Wurf-Rittberger. Rund 12.000 Zuschauer feierten das Paar, dass erst seit Februar für Russland startberechtigt ist.

Sturz von Hausch/Wende

Ein Sturz beim dreifachen Wurf-Flip verdarb den deutschen Vize-Meistern Maylin Hausch und Daniel Wende eine bessere Platzierung.

Der Patzer der Oberstdorferin warf das Paar von Trainer Karel Fajfr mit 53,90 Zählern auf den zwölften Platz zurück.

Liebers im Finale

Bereits am Nachmittag hatte Peter Liebers den Blues getanzt, war aber dennoch freudestrahlend vom Eis gefahren: Im vierten Anlauf qualifizierte sich der deutsche Eiskunstlauf-Meister erstmals für ein WM-Finale.

Ein sehenswertes und schwungvolles Kurzprogramm brachte dem 23 Jahre alten Berliner einen persönlichen Rekord mit 67,73 Punkten und Rang 16 ein.

"Bei mir sind wohl auch aller schlechten Dinge drei, jetzt ist das aber vergessen", kommentierte der Zeitsoldat seinen gelungenen Auftritt.

Zuletzt hatte Liebers immer die Nervosität einen Streich gespielt, am Ende standen die enttäuschenden Plätze 32, 25 und noch einmal 25.

Chan führt

Nach einer phänomenalen Darbietung und einem inoffiziellen Weltrekord von 93,02 Punkten ist der Titel in der Herren-Konkurrenz praktisch schon an Patrick Chan aus Kanada vergeben.

Der Olympia-Fünfte riss mit seiner Jazz-Interpretation "Take Five" sogar das russische Publikum von den Sitzen, zu den Besuchern gehörte auch Olympiasieger Jewgeni Pluschenko.

Der Goldmedaillengewinner von Turin 2006 hatte bei den letztjährigen Europameisterschaften in Tallinn mit 91,30 Punkten die bisherige Bestmarke aufgestellt.

Guter Start

Liebers war mit einer sicher gestandenen Kombination aus dreifachem Flip und dreifachem Toe-Loop gestartet, punkten konnte er auch mit seinem dreifachen Axel.

Den dreifachen Lutz hingegen landete er schief und konnte ein Abstützen mit der Hand nur mit Mühe vermeiden.

"Schade, sonst wären sogar mehr als 70 Punkte möglich gewesen", sagte Trainerin Viola Striegler.

Goldmedaille fast vergeben

Bei der Kür-Entscheidung der Herren am Donnerstag (11.00 Uhr) geht es angesichts des gigantischen Vorsprungs von Chan eigentlich nur noch um Silber- und Bronzemedaille.

Die besten Aussichten darauf haben die beiden Japaner Nobunari Oda (81,81) und Daisuke Takahashi (80,25) sowie der erst 17 Jahre alte Lokalmatador Artur Gaschinski (78,34).

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