Bäumler wird 70: Michaela Schaffrath statt Marika Kilius
München - An der Seite von Marika Kilius eroberte er einst die Herzen der Eiskunstlauf-Fans.
"Wir hatten einen Bekanntheitsgrad von 100 Prozent", sagt Hans-Jürgen Bäumler.
In seiner zweiten Karriere begeistert der Sportstar der sechziger Jahre sein Publikum nun an der Seite einer anderen Schönen:
Mit Michaela Schaffrath, die als Pornostar Gina Wild zweifelhaften Ruhm erlangte, feiert er in "Zärtliche Machos" derzeit "den Bühnenerfolg meines Lebens".
Am Samstag wird der Ex-Weltmeister 70 Jahre alt.
Bühnenerfolg mit Michaela Schaffrath
Hans-Jürgen Bäumler sieht sich derzeit zusammen mit Michaela Schaffrath, Mogens von Gadow und Werner Michael Dammann in Düsseldorf und Köln gefeiert wie nie zuvor in 47 Jahren Schauspieler-Karriere.
"Alle Veranstaltungen waren ausverkauft. Wir traten samstags und sonntags sogar zweimal auf. Es gab Einnahmerekorde, Standing Ovations wie nie zuvor. Das Publikum hat uns zum Erfolg getragen", sagt der beliebte Boulevard-Schauspieler.
"Michaela ist ein Volltreffer"
Verblüfft war Hans-Jürgen Bäumler vor allem von den ungeahnten Qualitäten der Michaela Schaffrath.
"Wir dachten erst, das sei wieder so eine Idee von Rene Heinersdorff, der das Stück schrieb und auch Regie führt. Er hat schon so manche Entdeckung präsentiert und ist auf die Nase gefallen."
Und weiter: "Aber Michaela ist ein Volltreffer. Sie wurde von einem Intendanten gleich von der Bühne weg nach Braunschweig engagiert. Sie hat viel Talent, ist immer lustig, in ihrer Art burschikos - und total kollegial."
Erfolg durchkreuzt Pläne
Durch den großen Erfolg des Stücks, das ab 2. März in Essen, danach in Frankfurt und München läuft, wurden Hans-Jürgen Bäumlers Pläne konterkariert:
"Ich wollte nicht wie in den letzten Jahren sechs Monate lang fast täglich auf der Bühne stehen. Aber wenn ein Stück so erfolgreich ist, kann man die anderen nicht im Stich lassen", sagt der der frühere Eislauf-Star, der seine Ex-Partnerin Marika Kilius nun anlässlich seines 70. Geburtstags bei Frank Elstners Sendung "Menschen der Woche" trifft.
Traumpaar auf dem Eis
"Ich sehe Marika meist nur, wenn ich in Frankfurt auf der Bühne stehe", sagt Hans-Jürgen Bäumler, der mit der Ex-Partnerin je zweimal WM-Gold und WM-Silber gewann und sechsmal Europameister wurde.
32 Jahre lang stand er, zuletzt parallel zur Bühnen-Karriere, auf dem Eis, verkörperte mit Marika Kilius das Traumpaar des deutschen Sports. Beide wurden gefeiert wie Popstars.
"Was zwischen uns war, weiß niemand"
Viele Fans hätten ihn auch gern privat an der Seite von Marika Kilius gesehen, mit der er in die "Hall of Fame" des deutschen Sports aufgenommen wurde.
"Was da wirklich zwischen Marika und mir war, weiß niemand", sagt Bäumler vieldeutig, "aber es gab in der damaligen Zeit fast kein Privatleben für uns, es war alles knallharte, stressige Arbeit. Es gab für uns als Paar nicht wirklich eine Chance."
Multitalent Bäumler
Die Karriere außerhalb der Eisarena hatte er schon zusammen mit Marika Kilius als Schlagersänger begonnen ("Honeymoon in St. Tropez"), dann interessierte sich der Film für Bäumler (Zirkusserie "Salto Mortale").
Im Fernsehen moderierte er "Das waren Hits", auf dem Eis produzierte man fürs Kino "Die große Kür" und fürs Live-Publikum die Eis-Operetten "Im weißen Rössl" und "Maske in Blau".
Große Nachfrage als Entertainer
Die Schauspielerei war für Hans-Jürgen Bäumler ein genialer Weg, dicht am Applaus zu bleiben.
Komödien wurden sein Fach. In zwölf Spielfilmen stand er an der Seite von Heinz Erhardt, Uschi Glas, Theo Lingen und Gunther Philipp.
"Die besten Kritiken erhielt ich zwar für Rollen im klassischen Theater. Aber die Leute wollten mich einfach auf der Entertainer-Schiene sehen", sagt Bäumler.
Bescheidene Ziele
Statt Marika Kilius heiratete der Eisprinz 1974 eine andere. Ehefrau Marina, eine ehemalige Lehrerin, die ihm im Golf (Handicap neun) was vorzauberte.
Mit ihr lebt er seit über 20 Jahren in Südfrankreich, blickt von seinem 6000 Quadratmeter großen Grundstück in Le Rouret auf die Dächer von Nizza.
Die beiden Söhne leben in München: Christoph (36) als selbständiger Media Designer, Bastian (33) als Manager einer US-Technologiefirma.
"Christoph und seine Frau haben uns zu Großeltern gemacht. Wir sind glücklich, und ansonsten machen wir aus dem 70. Geburtstag kein großes Ding, feiern nur in der Familie", sagt Hans-Jürgen Bäumler.
In Anspielung auf den an Heiligabend im Alter von 108 Jahren verstorbenen Schauspieler-Kollegen Johannes Heesters (108) meint er: "Mit über 100 möchte ich nicht mehr auf der Bühne stehen. Ich muss nicht alt werden, aber ich will schon lange leben..."
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