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Annette Dytrt ist Soldatin mit dem Dienstgrad Hauptgefreite © getty

Schmerzen am Fuß und ein nicht ganz fehlerfreies WM-Kurzprogramm lassen Annette Dytrt um das Ticket für Vancouver zittern.

Los Angeles - Sie lächelte tapfer, aber ihre Augen verrieten den Schmerz.

Gehandicapt von einem entzündeten Hühnerauge am kleinen Zeh des rechten Fußes muss Annette Dytrt bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Los Angeles so hart wie noch nie um ihr Olympia-Ticket kämpfen.

Nach einem nicht fehlerfreien Kurzprogramm geht die fünfmalige deutsche Meisterin nur als 18. in die Kür-Entscheidung. "Ich habe zwar eine Spritze bekommen, aber die Entzündung schmerzt trotzdem. Ich war schon froh, dass ich überhaupt in meinen Schlittschuh hineingekommen bin", berichtete die 25-Jährige.

Yu-Na mit "Weltrekord"

Beim dreifachen Flip musste sie auf die Zähne beißen und kam später beim dreifachen Salchow zu Fall kam. Das kostete die Oberstdorferin vier Punkte und vier Plätze im Zwischenklassement.

Doch auch völlig beschwerdefrei hätte Dytrt mit der Entscheidung bei den Damen nichts zu tun gehabt. In die absolute Favoritenrolle schob sich Kim Yu-Na aus Südkorea, die ihren eigenen inoffiziellen Weltrekord im Kurzprogramm von 72,24 auf 76,12 Punkte schraubte.

Mit deutlichem Abstand folgten die Kanadierin Joannie Rochette (67,90) und Titelverteidigerin Mao Asada aus Japan (66,06) auf den Rängen zwei und drei.

Dramatik beim Tanzen

Viel enger als bei den Damen ging es bei den Eistänzern zu.

Am Ende setzen sich in einem hochdramatischen Duell vor 15.000 Zuschauern Oksana Domnina und Maxim Schabalin aus Russland (206,30) knapp gegen das US-Paar Tanith Belbin und Benjamin Agosto (205,08) durch.

Bronze ging an die beiden Kanadier Tessa Virtue und Scott Moir (200,40).

Schabalin ist zufrieden

"Wir haben ein Ziel erreicht, nach dem wir jahrelang gestrebt haben. Nach den vielen Rückschlägen, die wir miterleben mussten, bedeutet dies sehr viel für uns", sagte Schabalin, der sich seit Jahren mit Knieproblemen herumschlägt und schon mehrfach operiert werden musste. 84879(Die Bilder)

Auch bei den diesjährigen Europameisterschaften in Helsinki hatten die Olympia-Neunten von Turin ihren Titel nicht verteidigen können.

Geschwister Hermann gut im Rennen

Den von Dytrt noch angestrebten olympischen Quotenplatz konnten sich Carolina und Daniel Hermann bereits im Staples Center sichern.

Rang 17 für die WM-Debütanten aus Dortmund war für die Deutsche Eislauf-Union die erste positive WM-Überraschung.

"Wir konnten drei gute Programme zeigen", sagte Daniel Hermann, seine Schwester ergänzte: "Gelernt haben wir, dass wir so oft wie möglich in großen Hallen laufen müssen, um noch mehr Sicherheit zu gewinnen.

Noch kleine Hürden

Auf dem olympischen Weg nach Vancouver müssen die gebürtigen Wuppertaler aber noch zwei weitere Hürden nehmen. Zunächst gilt es im Dezember den deutschen Meistertitel gegen ihre nationalen Rivalen und Vorgänger Nelli Ziganschina und Alexander Gaszi (Chemnitz/Berlin) zu verteidigen.

Bei der EM 2010 in Tallinn ist dann eine noch nicht genau definierte sportliche Vorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes zu erfüllen.

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