Temperaturen um den Gefrierpunkt machen die Europameisterschaften der Eiskunstläufer in Bern zu einer "Bibber-EM" im Retro-Look. Erstmals seit Jahrzehnten findet ein großes europäisches Championat in einer ungeheizten Halle statt.

Wie einst das deutsche Traumpaar Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumer in den sechziger Jahren schälen sich die Athleten erst kurz vor dem Betreten der Eisfläche aus ihren wärmenden Trainingsklamotten, laufen ihr Programm durch und schlüpfen danach schnellstmöglich zurück in ihr schützendes Outfit.

Dr. Sven Authorsen, Mannschaftsarzt der Deutschen Eislauf-Union, hat seine Läufer angewiesen, auf keinen Fall länger als nötig in der Halle zu bleiben, so soll Erkältungen vorgebeugt werden.

"Wenn man sich richtig verhält, sind die Temperaturen kein Problem. Zumindest in den Katakomben, wo sich die Läufer aufwärmen, ist es nicht so kalt", sagte der Mediziner, der als ehemaliger Eistänzer sogar noch Wettkämpfe in teilweise offenen Hallen kennt.

Dennoch ist einigen Athleten nicht ganz wohl beim Gedanken an das ungewohnte Wettkampfklima. Paarläuferin Aljona Savchenko: "Man wird schon ein bisschen aufpassen müssen, dass man sich nicht verletzt."

Eingebrockt hat den Kufenkünstlern diese ungewohnte Herausforderung der Weltverband ISU. Bei Vorbesprechungen und Besichtigungen vor Ort wurde über die Heizung nicht explizit gesprochen.

Die ISU-Funktionäre setzten sie wohl wie selbstverständlich als vorhanden voraus, zumal die Arena erst vor zwei Jahren für die Eishockey-WM renoviert worden war. Die Schweizer Ausrichter sahen natürlich auch keinen Grund, auf diesen Missstand hinzuweisen.

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