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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Claudia Pechstein errang insgesamt 34 Medaillen bei Weltmeisterschaften © getty

In 14 von 95 Fällen ist der Retikulozyten-Wert bei der Eisschnellläuferin überhöht. Es muss aber nicht Doping-Manipulation vorliegen.

München - Im Blut von Eischnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein (Blutdoping-Affäre: Pechstein gesperrt) wurde bei 14 von 95 Kontrollen durch den Eislauf-Weltverband ISU seit dem Jahr 2000 ein überhöhter Retikulozyten-Wert festgestellt.

Der Höchstwert wurde mit 3,75 Prozent im November 2007 erreicht. Diese Angaben machte am Montagabend die "Bild-Zeitung".

13 der 14 Höchstwerte wurden während eines Saisonverlaufs gemessen. Der zulässige Grenzwert liegt bei 2,4 Prozent. Retikulozyten sind die Vorstufe zu roten Blutkörperchen.

Kein zwingendes Doping-Indiz

Experten sehen die Kontroll-Ergebnisse nicht zwingend als Doping-Indiz an (Präzedenzfall mit weltweiter Dimension).

"Während der Retikulozyten-Wert über all die Jahre immer wieder abnorm erhöht ist, sind andere Werte, die für Doping sprechen, normal. Wenn ich behaupten würde, dass Frau Pechstein gedopt hat, wäre das grob fahrlässig (Pechstein will ISU verklagen)", sagte Professor Fritz Sörgel, Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Heroldsberg/Nürnberg.

"Diese Wertekonstellation ist nicht ausreichend, um die Sperre zu rechtfertigen", sagte Professor Holger Kiesewetter vom Institut für Transfusions-Medizin der Charite Berlin der "Bild".

Genetische Erkrankung der Grund?

Verschiedene, vor allem genetische Erkrankung könnten derart überhöhte Werte erklären.

Pechstein will anhand von Tests momentan feststellen lassen, ob sie an einer solchen Erkrankung leidet. Sollte keine Erkrankung vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Manipulation immens hoch.

Die ISU hatte Pechstein nur anhand von Indizien wegen Blutdopings für zwei Jahre gesperrt.

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