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Claudia Pechstein gewann in ihrer Laufbahn 34 WM- und neun olympische Medaillen © getty

Protokolle von Blutkontrollen der Olympiasiegerin weisen unterschiedliche Werte auf. Pechsteins Manager fordert Konsequenzen.

Berlin - Dem Eisschnelllauf-Weltverband ISU sind bei der Protokollierung der Messwerte der für zwei Jahre wegen Blutdopings gesperrten Olympiasiegerin Claudia Pechstein in der Vergangenheit möglicherweise Fehler unterlaufen.

Das zumindest berichtete die "Sport Bild", der entsprechende Dokumente vorliegen.

Demnach hätte es bei drei Tests vom 4. bis 6. Februar 2000 in Milwaukee Unterschiede bei den festgehaltenen Retikulozyten-Werten im Protokoll des Labors und der ISU-Tabelle gegeben.

Manager: "Das sagt alles"

"Drei Protokolle, drei Fehler. Das sagt doch alles", meinte Pechsteins Manager Ralf Grengel und sagte: "Auf welcher Basis soll da den restlichen Daten der ISU ohne entsprechende Belege vertraut werden?"

Die 37-Jährige Pechstein bestreitet das Doping vehement und will am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin neue Fakten präsentieren (Claudia Pechstein im Interview der Woche).

Anfang Juli war sie vom Weltverband wegen auffälliger Retikulozyten-Werte als erste Sportlerin weltweit nur anhand von Indizien ohne positiven Dopingbefund verurteilt worden (Präzedenzfall mit weltweiter Dimension). Retikulozyten sind die Vorstufe zu roten Blutkörperchen.

Grengel fordert Absetzung von Kuipers

Egbert Schmid, Mitglied der Disziplinarkommission, erklärte, Übertragungsfehler könne man nie ausschließen, aber es komme "auf die Relevanz für den Fall an. Man sollte sich nicht auf Formalien kaprizieren."

Grengel fordert jedoch auch im Hinblick auf die angeblich neuen Erkenntnisse, die bei der Pressekonferenz vorgestellt werden sollen, Konsequenzen. "Wenn der ISU-Spitze die neue Daten- und Faktenlage bekannt wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass Kuipers noch zu halten ist", meinte Pechsteins Manager.

Der Niederländer Harm Kuipers ist Mitglied der medizinischen ISU-Kommission und hat die Kontrollen bei Pechstein bei der Mehrkampf-WM im Februar in Hamar durchgeführt.

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