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Zwischen Anni Friesinger (l.) und Claudia Pechstein herrschte jahrelang "Zickenkrieg" © getty

Anni Friesinger meidet den Kontakt zu Claudia Pechstein. Außerdem zeigt sie wenig Verständnis für ihre Mannschafts-Kollegin.

Salzburg - Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger ist auf Distanz zu der wegen auffälliger Blutwerte gesperrten Rivalin Claudia Pechstein gegangen.

"Ich habe sie beim Training in Berlin gesehen. Allerdings bin ich nicht zu ihr gegangen, sondern habe die Distanz gesucht", sagte Friesinger der "Sport Bild".

Pechstein hatte in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz dem Weltverband ISU bei der Bestimmung ihrer Retikulozyten-Werte Mess- und Verfahrensfehler vorgeworfen.

Friesinger blieb skeptisch: "Ich habe dazu keine Antworten, nur viele Fragen", sagte die 16-malige Weltmeisterin, die am Dienstag ihren langjährigen Freund Ids Postma geheiratet hat.

"Erfolg im Kampf gegen Doping"

Friesinger befürchtet einen Imageschaden für ihren Sport: "Was ist da vorgefallen? Es wäre ein Schlag für den deutschen Sport und das Eisschnelllaufen, falls die Vorwürfe wirklich stimmen sollten. Aber es wäre auch ein Erfolg im Kampf gegen Doping."

Pechstein hatte angekündigt, dass sie im Rahmen einer mehrwöchigen Selbstkontrolle nachweisen wolle, dass ihre Retikulozyten-Werte natürlich bedingt schwankend seien.

Entscheidung wohl nächste Woche

"Wir haben einen neuen WADA-Code. Jeder weiß, wo die Grenzen sind. Ein Fußballer, der das Tor nicht trifft, kann es ja auch nicht größer machen", sagte Friesinger dazu.

Die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein, die am 1. Juli von der ISU für zwei Jahre gesperrt worden war, wartet zurzeit auf eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof CAS über eine vorläufige Starterlaubnis.

Spätestens in der kommenden Woche soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" über die Eilsache entschieden werden.

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