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Claudia Pechstein ist von Beruf Polizeihauptmeisterin der Bundespolizei © Getty Images

Vor Beginn der Berufungsverhandlung vor dem CAS erhebt Claudia Pechstein neue Vorwürfe gegen den Eislauf-Weltverband ISU.

München - Vor Beginn der Berufungsverhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS erhebt Claudia Pechstein neue Vorwürfe gegen den Eislauf-Weltverband ISU.

Nebenbei bekommen auch die alte Rivalin Anni Friesinger und andere Kritiker Hiebe ab.

Keine der vier bei der Verhandlung relevanten Blutproben Pechsteins sollen von der ISU korrekt protokolliert worden sein. (Pechstein sieht sich entlastet)

Angeblich vorgeschriebene Kalibrierungsprotokolle der Messvorrichtung fehlten völlig, mit Ausnahme der Messung während der WM im Februar in Hamar, bei der aber ausgerechnet der Retikulozytenwert nicht mitgemessen wurde.

Fehlende Protokolle?

Protokolle über Kontrollprobenmessungen legte die ISU angeblich gar nicht vor, vom Weltcup 2008 in Hamar soll sogar das Messprotokoll von Pechsteins Probe fehlen.

"Das Mindeste, das ich als Beschuldigte vom Weltverband erwarten darf, ist die Offenlegung aller Dokumente, die mich angeblich belasten. Und wenn das nicht gewährleistet ist, wird der CAS das zu werten haben", ließ die 37-jährige Berlinerin über ihren Manager Ralf Grengel ausrichten.

"Sollte es hier Lücken geben und die Sperre dadurch aufgehoben werden, wäre dies für mich keineswegs ein Freispruch zweiter Klasse", sagte die Olympiasiegerin.

"Experten" als Zielscheibe

Zudem wehrt sich Pechstein heftig gegen eine mögliche Vorverurteilung in ihrem Dopingfall.

"Plötzlich beschäftigen sich Journalisten, Funktionäre und selbsternannte Experten mit dem so genannten Fall Pechstein, die wahrscheinlich nicht mal wissen, ob man beim Eisschnelllaufen links oder rechts herum läuft", sagte Pechstein.

Und weiter: "Die haben mich vorverurteilt, ohne im Laufe des ganzen Verfahrens ein Wort mit mir gewechselt zu haben." Einigen scheine "der geistige Horizont zu fehlen, um sich vorstellen zu können, dass hier wirklich mal ein unter Dopingverdacht stehender Sportler die Wahrheit sagt".

Auch Friesinger bekommt ihr Fett weg

Auch Pechsteins alte Rivalin Anni Friesinger bekam einmal mehr ihr Fett ab.

"Friesinger sagt, sie hätte mehr Fragen als Antworten zum Fall Pechstein. Das mag ja sein. Doch sie hätte mich ja nur fragen müssen, dann hätte sie Antworten bekommen. Doch stattdessen hat sie mich gemieden wie der Teufel das Weihwasser", sagte Pechstein.

"Jedem, der sich so verhält, kann ich nur sagen, denke mal drüber nach, wie es wäre, wenn es dich getroffen hätte. Unschuldig in die Mühlen des Anti-Dopingkampfes zu geraten, wünsche ich keinem", sagte Pechstein.

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