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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Claudia Pechstein gewann 2009 bei der Mehrkampf-EM in Heerenveen Gold © getty

Neben der gesperrten Olympiasiegerin hat der Eislauf-Weltverband ISU offenbar zwölf weitere mögliche Sünder im Visier.

Lausanne - Im Doping-Prozess um Claudia Pechstein ist die nächste Bombe geplatzt.

Der Eislauf-Weltverband ISU hat vor dem Internationalen Sportgericht CAS in Lausanne angeblich eingeräumt, dass neben Pechstein zwölf weitere Läuferinnen und Läufer mit überhöhten Blutwerten aufgefallen sind.

Nach Angaben der Pechstein-Seite hat der ISU-Mediziner Harm Kuipers am Donnerstag während des ersten Prozesstages erklärt, dass diese Athleten ebenso wie Pechstein Retikulozytenwerte von über 3,0 Prozent aufgewiesen hätten.

Der ISU-Grenzwert liegt bei 2,4 Prozent.

Athleten droht Strafe

Die ISU war zu einer Stellungnahme nicht bereit. "Der Fakt, dass die Werte überhöht waren, war für die ISU offenbar weniger entscheidend als das Muster von Claudias Blutwerten", sagte Pechsteins Anwalt Christian Krähe.

Claudia Pechstein ist weltweit die einzige Sportlerin, die aufgrund des indirekten Dopingnachweises gesperrt wurde. Sollte die Zweijahressperre der ISU durch den CAS bestätigt werden, könnten damit im Eisschnelllauf weiteren Athleten Strafen drohen.

Die ISU führt seit dem Jahr 2000 den sogenannten Blutpass, in dem die Blutwerte der Athleten gesammelt, gespeichert und verglichen werden.

Pechsteins Werte lagen seitdem 14-mal über der zulässigen Grenze (Höchstwert 3,75), in Lausanne wird aber nur noch über die letzten vier auffälligen Proben verhandelt.

Förderverein unterstützt Pechstein

Indes wird der deutschen Einsschnellläuferin für ihre Verhandlungen vor dem CAS finanziell unter die Arme gegriffen.

Ein "Claudia-Pechstein-Förderverein" hat zu ihrer Unterstützung über 10.000 Euro gesammelt.

"Kaum jemand unterstützt Claudia in diesen Zeiten. Aber alleine die Anwaltskosten verschlingen wahrscheinlich weit über 200.000 Euro. Deshalb haben wir den Verein gegründet. Immerhin über 10.000 Euro haben wir zusammen", sagte der Charlottenburger Friseur Oliver Strehl, der mit zwei Bekannten den Hilfsfonds gegründet hat, dem "Berliner Kurier".

"Das freut mich riesig"

Pechstein nimmt das Geld dankend an.

"Das freut mich riesig. Das ist eine tolle moralische Unterstützung, bei meinen nicht unerheblichen Aufwendungen in letzter Zeit aber auch eine willkommene finanzielle Hilfe", ließ Pechstein über ihren Manager Ralf Grengel aus Lausanne ausrichten.

Strehl sagte, er kenne Pechstein seit über acht Jahren und habe auch die schwarz-rot-goldene Perücke entworfen, die die Berlinerin nach ihren beiden Olympiasiegen 2002 in Salt Lake City getragen hat.

Das Haarteil ist mittlerweile im Bonner Haus der Geschichte ausgestellt. Strehls Ziel ist es, den "Verein so schnell wie möglich wieder aufzulösen", wenn Pechstein die Berufungsverhandlung gegen ihre Zweijahressperre vor dem CAS gewonnen haben sollte.

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