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Claudia Pechstein gewann neun Medaillen bei Olympischen Spielen © getty

Der Internationale Sport-Gerichtshof will sich im Fall Claudia Pechstein Zeit lassen. Gibt die 37-Jährige in Heerenveen ihr Comeback?

München - Die Berufungsverhandlung in Lausanne hat sie hinter sich gebracht, doch auf das Urteil muss Claudia Pechstein noch mehr als zwei Wochen warten.

Wie der Internationale Sport-Gerichtshof CAS erklärte, soll die Entscheidung im Dopingfall der fünfmaligen Olympiasiegerin nicht vor dem 10. November bekannt gegeben werden.

Allerdings kommt es für Pechstein "auf eine Woche mehr oder weniger jetzt auch nicht mehr an" - zumal für sie das Ergebnis schon feststeht.

Pechstein beteuert Unschuld

"Mit einer möglichen Bestätigung der Sperre befasse ich mich nicht. 'Hätte, wenn und aber' hat es bei mir noch nie gegeben. Ich habe ein gutes Gefühl und weiß, dass ich unschuldig bin: Es kann nur einen Freispruch geben", sagte Pechstein.

Sollten sie und ihre Expertenriege die drei CAS-Schiedsrichter Massimo Coccia (Italien), Stephan Netzle und Michele Bernasconi (beide Schweiz) überzeugt haben, könnte Pechstein beim zweiten Weltcup in Heerenveen ihr Comeback geben.

Definitiv verpassen wird sie die deutschen Meisterschaften (30. Oktober bis 1. November) und den ersten Weltcup (6. bis 8. November), die beide in ihrer Heimatstadt Berlin ausgetragen werden.

Natürliche Ursache für Blutwerte

In zweitägigen Verhandlungen über insgesamt zwölf Stunden waren vor allem die komplizierten medizinischen Sachverhalte und Expertengutachten thematisiert worden.

Hinweise auf eine "angeborene, leicht kompensierte Hämolyse" und eine "zweifache Mutation des Epo-Gens" bei der 37-Jährigen sollen eine Erklärung für eine natürliche Ursache ihrer schwankenden Retikulozytenwerte geben.

Die Expertise der zweiten Anomalie hatte das Pechstein-Lager bislang der Öffentlichkeit vorenthalten.

Entscheidung erst in Wochen?

Sie soll von einem Professor der Charite in Berlin, dessen Name vorerst nicht genannt werden soll, angefertigt und laut Pechsteins Anwalt Simon Bergmann "vom Schiedsgericht mit großem Interesse aufgenommen" worden sein.

Dass sich die drei Richter nun viel Zeit für die Urteilsfindung nehmen, lässt sich nicht nur mit der enormen Tragweite des Prozesses, sondern auch mit dessen Komplexität erklären.

In diesem Zusammenhang dankte Pechstein auch ausdrücklich dem Team an ihrer Seite um ihren Manager Ralf Grengel und die Anwälte Simon Bergmann und Christian Krähe.

"Ich weiß, dass meine Leute ihre Aufgaben sehr gut erledigt haben. Ich bin sehr dankbar, dass ich solche Profis an meiner Seite habe. Ohne sie wäre ich aufgeschmissen. Diese Unterstützung ist die Grundvoraussetzung, um so einen Kampf zu führen."

Gegenpartei schweigt

Während Pechstein bereitwillig über den Verlauf der Verhandlung und ihr Gefühlsleben berichtete, schwieg die Gegenpartei weiter eisern.

Auch dafür hatte Pechsteins Entourage nach dem Verhandlungsmarathon am Genfer See eine Erklärung.

Anwalt Krähe sagte: "Ich bin mir sicher, dass die ISU nicht mehr so glücklich ist mit ihrer Entscheidung, gegen Claudia Pechstein vorgegangen zu sein."

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