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Claudia Pechstein gewann in ihrer Karriere 34 WM-Medaillen © getty

Die unter Dopingverdacht stehende Claudia Pechstein bezahlt die Entlastungs-Gutachten wohl nicht nur aus eigener Tasche.

München - Der Steuerzahler ist an den Verfahrenskosten der wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrten Eisschnellläuferin Claudia Pechstein beteiligt.

Die Studie eines ihrer Gutachter, Professor Christof Dame von der Berliner Charite, wurde von der Bundespolizei als Pechsteins Arbeitgeber finanziert.

Das bestätigte das Bundesinnenministerium der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Pechsteins Manager Ralf Grengel erklärte: "Claudia hat in diesem Verfahren immense Kosten zu tragen, von daher ist eine Unterstützung durch die Bundespolizei eine willkommene Entlastung."

Pechsteins Anwalt Simon Bergmann sagte am Mittwoch: "Im Falle eines Freispruchs werden wir selbstverständlich sämtliche im Rahmen der Verhandlungen angefallenen Kosten geltend machen und dazu gehört auch das Gutachten von Professor Dame, um auch dem BMI das Geld zurückzuzahlen."

Entscheidung ab 5. November

Willkommen ist Claudia Pechstein auch die Vorverlegung ihres möglichen Urteiltermins. Wie der Internationale Sportgerichtshof CAS mitteilte, kann mit dem Spruch der Berufungsverhandlung bereits ab dem 5. November gerechnet werden.

Ursprünglich hatten die obersten Rechtshüter des Sports ihr Urteil frühestens ab dem 10. November angekündigt. Die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein darf damit doch noch auf ihre Teilnahme am Heim-Weltcup vom 6. bis 8. November in Berlin hoffen.

Gutachter Christof Dame hatte bei der Revisionsverhandlung in der vergangenen Woche vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS ein Gutachten vorgelegt, das Claudia Pechstein eine Veränderung des Epo- und des Epo-Rezeptoren-Gens bescheinigte.

Auf diese genetische Disposition könnten nach Ansicht des Professors "theoretisch" die überhöhten Retikulozyten-Werte Pechsteins zurückzuführen sein, die den Weltverband veranlassten, die Berlinerin für zwei Jahre zu sperren.

Ministerium bestätigt Kostenzuschuss

"Wir können Ihnen bestätigen, dass für Frau Pechstein eine Kostenzusage zu einer Untersuchung in der Charite zu Lasten der Heilfürsorge der Bundespolizei gegeben wurde", erklärte das Ministerium.

"Dies geschah, um krankheitswertige hämatologische Störungen auszuschließen." Und weiter hieß es: "Auch bei allen anderen Bundespolizisten und -polizistinnen werden gegebenenfalls solche Untersuchungen zur Abklärung unklarer Befunde in Auftrag gegeben."

Dame, bisher in der Boulevard-Presse nur als "Professor x" bekannt, legte Wert darauf, dass seine Studie nicht von Claudia Pechstein, sondern von der Bundespolizei in Auftrag gegeben wurde. Damit werde klar, dass er nicht als bestellter Gutachter anzusehen sei.

Nach der Revisionsverhandlung Ende der vergangenen Woche vor dem CAS wartet Pechstein nun auf ihr Urteil. Eine Entscheidung wird es nicht vor dem 5. November 2009 geben.

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