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Bei der Einzelstrecken-WM 2008 in Nagano holte Jenny Wolf den Titel über 500 Meter © getty

Jenny Wolf startet bei den Deutschen Meisterschaften mit Saisonbestzeit. Gleichzeitig kritisiert sie den Wettkampf-Modus.

Berlin - Erst der Sieg, dann die Kritik: Jenny Wolf hat bei den deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften im Eisschnelllauf in Berlin über 500 m einen großen Schritt Richtung Titelgewinn gemacht.

Die Weltmeisterin setzte sich nach dem ersten von zwei Läufen in guten 38,35 Sekunden durch und steuert am Samstag ihrem elften Titelgewinn entgegen.

Über 1000 m sicherte sich Monique Angermüller (1:17,86 Minuten) den Titel.

Lokalmatadorin Wolf egalisierte über 500 m ihre Saisonbestzeit, war aber nicht zufrieden: "Mit fehlt noch die Frische. Ich muss besser in den Wettkampf hineinfinden", sagte sie.

Wolf fordert Rücksicht

Anni Friesinger-Postma (Knieverletzung) und Claudia Pechstein (Sperre) fehlten in Berlin.

Nicht zufrieden war Weltcup-Seriensiegerin Wolf (40 Siege) mit der Entscheidung, dass die 500 m an zwei Tagen gelaufen werden.

"Das finde ich nicht gut. Gerade in einer Olympia-Saison hätte ich erwartet, dass man bei der DM wie bei Olympia beide Läufe an einem Tag absolviert. Aber uns hat ja keiner gefragt."

Anschütz-Thoms "fehlt die Sicherheit"

Auf Rang zwei lief Angermüller (Berlin/39,07), Dritte wurde Heike Hartmann (Inzell/39,19). Daniela Anschütz-Thoms kam auf der für sie ungewohnten Kurzstrecke in 40,50 Sekunden auf den fünften Rang.

"Das war ein Trainingslauf und prompt Saisonbestzeit. Allerdings fehlt mir die Sicherheit", sagte Anschütz-Thoms.

Angermüller stark über die 1000m

Deutsche Meisterin über 3000 m wurde die Berlinerin Katrin Mattscherodt (4:15,92 Minuten) vor Isabell Ost (Berlin) und Lucille Weber.

Über 1000 m zeigte Angermüller einen starken Lauf und siegte vor Team-Olympiasiegerin Anschütz-Thoms und der Erfurterin Pamela Zoellner.

Schwarz stürzt

Bei den Männern sorgte über 500 m der Sturz von Samuel Schwarz für Aufregung.

Der Berliner verlor in der Kurve die Balance und knallte in die Matten. Die beste Zeit lief Titelverteidiger Nico Ihle (Chemnitz) in 35,96 Sekunden vor Jan Friesinger (Inzell/36,59) und Patrick Wirth (Berlin/36,63).

"Das war ein perfekter Lauf. Mein Angang war das Beste, was mir je gelungen ist", sagte Ihle. Die ersten 100 m absolvierte der Sprinter in 9,89 Sekunden.

Friesinger mit Verletzungssorgen

Anni Friesinger hatte am Donnerstag ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.

Die zweimalige Olympiasiegerin klagte über Probleme im Knie, das im vergangenen Jahr operiert wurde. Pechstein ist wegen auffälliger Blutwerte vom Weltverband ISU für zwei Jahre gesperrt.

Eine Entscheidung im Revisionsverfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS ist nicht vor dem 5. November zu erwarten.

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