vergrößernverkleinern
Jenny Wolf gewann 2009 bei der Einzelstrecken-WM in Richmond Gold © getty

Jenny Wolf muss sich zum Auftakt der Weltcup-Saison ihrer Dauerrivalin aus China geschlagen geben, löst aber das Olympia-Ticket.

Berlin - Anni Friesinger-Postma schüttelte den Kopf und winkte nur kurz ins Publikum: Der Weltcup-Auftakt in Berlin geriet für die zweimalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin zur Enttäuschung.

Mit Platz 15 über 1000 m (1:17,84 Minuten) erzielte die 32-Jährige ihr bislang schlechtestes Weltcup-Ergebnis über 1000 m und verpasste beim Sieg der Kanadierin Christine Nesbitt (1:15,41) die vorzeitige Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (12. bis 28. Februar).

Monique Angermüller (1:16,84) hingegen löste mit Platz sieben das Olympia-Ticket.

Auch Sprint-Weltmeisterin Jenny Wolf musste einen Dämpfer hinnehmen.

Beixing sichert Bahnrekord

Die Lokalmatadorin musste sich über 500 in 38,04 Sekunden ihrer Dauer-Rivalin Wang Beixing (China) geschlagen geben, die in 37,85 knapp über Wolfs Bahnrekord (37,75) geblieben war.

Friesinger zeigte sich noch nicht erholt von ihrer Knieverletzung, wegen der sie am vergangenen Wochenende schon ihre Teilnahme bei den deutschen Meisterschaften hatte absagen müssen.

Die 16-malige Weltmeisterin blieb deutlich unter Normalform. Ihr schlechtestes Ergebnis über 1000 m bei einem Weltcup war zuvor ein sechster Platz im Januar in Kolomna. Pamela Zoellner lief nur auf den 22. Rang.

Wolf mit starkem Start

Auch Top-Sprinterin Wolf haderte mit ihrem Weltcup-Auftakt. "Das war eine solide Leistung, die aber noch ausbaufähig ist", sagte Wolf. Nach einem starken Start bekam die dreimalige 500-m-Weltmeisterin in der Innenkurve Probleme und verlor entscheidende Zeit auf die Siegerin.

"Ich hoffe, dass es am Sonntag im zweiten Lauf über 500 m etwas besser läuft und ich den Spieß umdrehen kann", sagte Wolf.

Nach ihrer Einschätzung läuft in dieser Saison alles auf einen Zweikampf mit Wang in Vancouver hinaus. "Das ist schon etwas nervig", sagte die Top-Sprinterin.

"Es gibt kleine Kriegsspielchen"

"Mittlerweile gibt es so kleine Kriegsspielchen zwischen uns. Zum Beispiel trainiert sie nie, wenn ich auf dem Eis bin", sagte Wolf.

Andere Konkurrentinnen seien zurzeit noch nicht auszumachen, "auch wenn die Dritt- und Viertplatzierten ein wenig aufgeholt haben".

Äußerst zufrieden war Angermüller nach ihrem zwölften Platz über 500 m. "Ich bin total happy", sagte die Berlinerin. "Immerhin habe ich meine persönliche Bestzeit hier in Berlin aufgestellt und nicht auf einer der Bahnen in der Höhe."

Beckert läuft persönliche Bestzeit

Bei den Männern lief Weltrekordler Sven Karmer über 5000 m einem sicheren Sieg entgegen. Der Niederländer siegte in 6:14,69 Minuten und verwies den Norweger Havard Bökko (6:17,17) und Landsmann Bob de Jong (6:19,22) auf die Plätze zwei und drei.

Von den deutschen Läufern überzeugte der 19 Jahre alte Patrick Beckert, der in 6:32,50 seine persönliche Bestzeit um mehr als fünf Sekunden steigerte und auf Rang 15 lief.

Marco Weber (München/6:31,77) kam als bester Deutscher auf Platz 13.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel