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Anni Friesinger wurde 2006 in Turin Olympiasiegerin in der Teamverfolgung © getty

Völlig missratener Saisonstart für Anni Friesinger: Die Eisschnellläuferin läuft über 1000 und 1500 Meter weit hinterher.

Berlin - Sie zuckte ratlos mit den Schultern und winkte gequält ins Publikum: Anni Friesinger-Postma ist mit dem schlechtesten Ergebnis ihrer Karriere in die Olympia-Saison gestartet.

Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin lief beim Weltcup in Berlin über 1000 m nur auf dem 15. Rang. Über 1500 m musste sie sich mit dem siebten Rang begnügen. Damit wuchsen die Sorgen im Deutschen Eisschnelllauf-Verband (DESG), der mit der gesperrten Claudia Pechstein bereits Ärger genug hat.

"Ein Schock"

"Das war schon ein Schock. So haben wir Anni lange nicht erlebt", sagte Teamchef Helge Jasch. Man müsse jetzt Ruhe bewahren. Zum Glück sei die Lage noch nicht so dramatisch wie im vergangenen Jahr. Da startete Friesinger wegen der Knie-Operation erst mit zweimonatiger Verspätung in die Saison.

"Diese Leistung ist nicht diskussionswürdig", schimpfte auch Friesinger selbst nach dem Desaster über 1000 m. Die Inzellerin führte den Rückschlag auf Verletzungen zurück. "Ich kann keinen Druck auf die Schlittschuhe aufbauen", sagte sie.

OP im Knie

Im vergangenen Jahr hatte sie sich einer Meniskus-Operation am rechten Knie unterziehen müssen. Zudem verletzte sie sich in diesem Sommer bei einem Sturz am Knöchel.

Ihr schlechtestes Ergebnis über 1000 m bei einem Weltcup war zuvor ein sechster Platz im Januar in Kolomna.

Zu allem Übel musste sie sich seit Sonntag noch den Bahnrekord über 1500 m mit der Kanadierin Christine Nesbitt teilen, die in 1:55,54 gewann. Friesinger kam auf 1:58,13 Minuten. Dahinter folgte Daniela Anschütz-Thoms als Achte (1:58,40)

Triumph von Wolf

Sprint-Weltmeisterin und Lokalmatadorin Jenny Wolf sorgte indes für einen Triumph.

Die 30-Jährige feierte auf ihrer Paradestrecke über 500 m mit Bahnrekord (37,52 Sekunden) ihren 41. Weltcup-Erfolg und verwies Konkurrentin Wang Beixing (China) auf den zweiten Rang. Wolf fuhr nach Zielankunft mit hochgerissenen Armen an den jubelnden Zuschauern vorbei und genoss den Applaus. "Ich wusste, dass ich diese Zeit hier laufen kann", so Wolf.

Als Hoffnungsträger erwiesen sich Stephanie Beckert (Erfurt) und Monique Angermüller (Berlin), die vielleicht einmal die jahrelange Dominanz von Pechstein/Friesinger durchbrechen können.

Beckert erstaunte mit Platz drei über 3000 m, Angermüller lief über 1000 m auf Rang sieben. Beide lösten auf Anhieb das Olympia-Ticket für Vancouver (12. bis 28. Februar).

"Das war mein Traum", sagte Angermüller unter Freudentränen.

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