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Anni Friesinger ist mit dem ehemaligen Eisschnellläufer Ids Postma verheiratet © imago

Die Vorzeige-Läuferin wird beim Weltcup in Berlin Opfer ihres Ehrgeizes. Sie startet angeschlagen und bereut es dann.

Berlin - Das Knie war dick, die Laune getrübt und die Sorgen groß.

Anni Friesinger-Postma ist mal wieder Opfer ihres eigenen Ehrgeizes geworden. Die Bilanz nach dem verfrühten Saisonstart beim Weltcup in Berlin am Wochenende fiel äußerst negativ aus, und die Planungen für den Olympia-Winter erhielten einen Rückschlag.

"Schonen, schonen, schonen"

"Vielleicht war es doch zu früh", sagte Friesinger-Postma ungewohnt kleinlaut: "Jetzt muss ich das Bein hochlegen und schonen, schonen, schonen." Trotz der Probleme am rechten Knie war die 16-malige Weltmeisterin beim Heim-Weltcup gestartet und hatte mit Rang sieben (1500 m) und Platz 15 (1000 m) einen missglückten Auftakt hingelegt.

Dabei hatte sich die mittlerweile 32-Jährige im Vorfeld der Saison als gereifte Persönlichkeit präsentiert und Besserung gelobt. Sie werde nur noch starten, wenn sie hundertprozentig fit sei, hieß es. Der Raubbau am Körper früherer Jahre, als sie mit Starts auf nahezu allen Strecken aufhorchen ließ, sollte vor allem mit Blick auf die Olympischen Spiele in Vancouver (12. bis 28. Februar) der Vergangenheit angehören.

Reduzierter Einsatzplan

Damit zog Friesinger-Postma auch die Konsequenzen aus den vergangenen Olympia-Wintern, als sie jedem Lorbeer nachstellte.

Vor Olympia 2002 in Salt Lake City gewann sie zehn Weltcups bei 13 Starts, vor Turin 2006 waren es elf Weltcupsiege bei 14 Starts. Zum Höhepunkt fehlte ihr dann allerdings die Kraft, am Ende gab es jeweils "nur" einmal Gold - die Eis-Queen aus Bayern hatte mit mehr geliebäugelt.

Mit einem reduzierten Einsatzplan sollte eine ähnliche Entwicklung vor den wahrscheinlich letzten Spielen in Vancouver auf jeden Fall vermieden werden.

Schmerzen im Knie

Doch all die guten Vorsätze fielen in Berlin zusammen wie ein Kartenhaus. Obwohl sie die Schmerzen im Knie verspürte, ging die Ausnahme-Athletin aufs Eis.

Ihr Trainer Gianni Romme deutete an, wie groß das Risiko war: "Es war schon ein Erfolg, dass Anni starten konnte." Nun muss Friesinger selbst die Rechnung zahlen. "Ich darf mir in den nächsten Wochen keinen Fehler leisten. Alles wird mit meinem Vertrauensarzt abgesprochen", sagte sie.

Nicht allein das rechte Knie, an dem sie sich im vergangenen Jahr einer Meniskus-Operation unterziehen musste, bereitet der Inzellerin mit Wohnsitz in den Niederlanden Probleme. Auch eine Knöchelverletzung stört beim Laufen. "Ich habe zwei Problemzonen", gestand die zweimalige Olympiasiegerin in Berlin.

Doch all zu lange dürfen sie die Schmerzen nicht stören. Schon am kommenden Wochenende geht es weiter, dann steht im niederländischen Heerenveen der nächste Weltcup auf dem Programm.

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