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Nicht mehr im Trikot der Niederlande: Das Quintett läuft nun für Kasachstan © getty

Fünf Niederländer, die zum kasachischen Verband gewechselt sind, halten sich illegal in ihrer einstigen Heimat auf.

Heerenveen - Für fünf niederländische Eisschnellläufer im Team von Kasachstan hat sich der Traum von Olympia zu einem Albtraum entwickelt.

Die Läufer wollten der großen Konkurrenz in den Niederlanden durch einen Nationenwechsel entkommen und schlossen sich dem Verband Kasachstans an, ehe sie nun ihr blaues Wunder erlebten und sogar mit einer Abschiebung rechnen müssen.

Der Verdacht lautet Betrug beim Nationenwechsel.

Hoffnungen auf eine Medaille

Jorrit Bergsma, Robert Hadders, Arjan Stroetinga, Frank Vreugdenhil und Christijn Groeneveld waren im Oktober noch voller Hoffnung, als sie mit Superzeiten über 5000 m die nationalen Meisterschaften Kasachstans in Tscheljabinsk (Russland) dominiert hatten.

Daraufhin rechneten sich die Läufer, die von Top-Trainer Jillert Anema betreut werden, Medaillenchancen für die Olympischen Spiele in Vancouver (12. bis 28. Februar) im Teamwettbewerb aus.

Startverbot vom ISU

Der Welteissportverband ISU machte dem Quintett jedoch einen Strich durch die Rechnung und bedachte die Langstreckenspezialisten mit einem internationalen Startverbot.

Die niederländische Fremdenpolizei hatte sich beim Oranje-Eissportverband KNSB alle Daten über die Sportler besorgt.

Kein Start bei Olympia

Die ISU vermutet Betrug beim Nationenwechsel. Die Pässe wurden offiziell 2008 herausgegeben. Das Quintett hatte jedoch nach eigenen Angaben erst im Frühjahr Pässe aus Kasachstan erhalten.

Für einen Start bei Olympia muss ein Sportler mindestens zwei Jahre lang im Besitz der Staatsbürgerschaft seines Landes sein.

Visa oder Abschiebung

Die niederländische Ausländerbehörde erklärte, dass die Sportler mit der neuen Nationalität die niederländische Staatsbürgerschaft verloren hätten.

Das Justizministerium in Den Haag teilte nun mit, dass sich die Eisschnellläufer illegal in den Niederlanden aufhielten. Sie müssten sich bei der niederländischen Botschaft in Almaty Einreisevisa persönlich besorgen, schreibt die Tageszeitung Algemeen Dagblad (AD).

Selbst eine Abschiebung nach Kasachstan schließen die niederländischen Behörden als letzte Konsequenz nicht mehr aus.

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