vergrößernverkleinern
Claudia Pechstein gewann bei Olympischen Spielen fünfmal Gold sowie je zweimal Silber und Bronze © getty

Das Bundesgericht winkt aus Angst vor irreperablem Schaden den Eilantrag der Berlinerin durch und hebt die ISU-Sperre auf.

Berlin - Das Schweizer Bundesgericht hat dem Eilantrag der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein stattgegeben und damit ihren Start beim Weltcup am Wochenende in Salt Lake City ermöglicht.

Das bestätigten Pechsteins Manager Ralf Grengel und ihr Anwalt Simon Bergmann. In Salt Lake City will Pechstein am Freitag über 3000 m ihre letzte Chance zur Qualifikation für die Olympischen Winterspiele im Februar in Vancouver nutzen.

Das war eine Interessensabwägung des Gerichts. Wenn Claudia nicht hätte teilnehmen können, wäre Olympia für sie gestorben gewesen. Hätten dann aber unsere Rechtsmittel Erfolg gehabt, wäre ein irreperabler Schaden entstanden. Deshalb überwogen Claudias Interessen", sagte Bergmann.

Kein Indiz fürs Hauptsacheverfahren

Er stellte jedoch klar: "Das ist kein Indiz dafür, dass unsere Beschwerde im Hauptsacheverfahren automatisch auch Erfolg haben wird." Wann die Beschwerde eingereicht wird, ließ Bergmann offen.

"Das ist eine faire Entscheidung. Wir hoffen sehr, dass Claudia trotz fehlender Wettkampferfahrung und der nervlichen Belastung leistungsfähig sein wird", sagte Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eissschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).

Er hatte bereits zuvor signalisiert, dass der Verband Pechstein bei einem erfolgreichen Eilantrag für den Weltcup in der Olympiastadt von 2002 nominieren würde. (Fragen über Fragen: Antworten zum Fall Pechstein)

Der Weltverband ISU wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. Laut Bergmann ist die ISU aber an das gerichtliche Urteil gebunden.

Absprache mit allen Parteien

Sollte Pechstein die Norm für Olympia schaffen, hängt ihr Start in Vancouver laut Heinze aber noch vom Hauptverfahren ab. "Wir würden sie nominieren, aber das ist eine einseitige Betrachtung. Das müsste noch mit allen anderen beteiligten Parteien abgesprochen werden", sagte Heinze.

Der Berlinerin reicht ein achter Platz, um die DOSB-Kriterien zu erfüllen. Heinze erklärte, dass Pechstein möglicherweise eine Wild Card für einen Start in der stärkeren A-Gruppe erhält. Entschieden sei dies aber noch nicht.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die zweijährige Sperre des Weltverbandes ISU bestätigt, der Pechstein aufgrund von Indizien (mehrfach überhöhter Retikulozytenwert), jedoch ohne positiven Dopingbefund für zwei Jahre gesperrt hatte. (Die Chronologie zum Fall Pechstein)

Diese Sperre endet am 9. Februar 2011. Pechstein hat stets ihre Unschuld beteuert und angekündigt, beim Schweizer Bundesgericht Beschwerde einzulegen.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel