vergrößernverkleinern
Anni Friesinger-Postma erlief in ihrer Karriere schon 59. Weltcup-Siege © getty

Die Deutsche geht zuversichtlich in die neue Saison. Alle Zweifel seien wie weggewischt. Für Olympia hat sie ein großes Ziel.

München - Das Seuchenjahr 2009 ist abgehakt, Anni Friesinger-Postma blickt wieder voller Zuversicht ihrem letzten olympischen Auftritt in Vancouver entgegen.

"Ich gebe zu, dass ich an mir gezweifelt habe, aber die Zweifel sind wie weggewischt. Mir geht es viel, viel besser", sagte die 16-malige Eisschnelllauf-Weltmeisterin.

Eine zehntägige Eispause nach ihrer frustrierenden Olympia-Generalprobe in Salt Lake City, erholsame Weihnachtsfeiertage in ihrer Wahlheimat Salzburg und eine neue Therapie fürs lädierte Knie haben Wunder gewirkt.

"Perfekte Trainingseinheiten" in Südtirol auf der Freiluftbahn in Klobenstein, wo Friesinger-Postma am Jahresende die heiße Olympia-Phase eingeläutet hat, brachten schließlich das alte Selbstvertrauen zurück.

Bestes Resultat: Platz fünf

"Keine Frage: Was ich bis jetzt in dieser Saison gezeigt habe, war indiskutabel, aber ich hatte keine Wahl. Trotz meiner gesundheitlichen Probleme musste ich auch mit Blick auf die Olympia-Qualifikation aufs Eis - was dabei herumgekommen ist, hat jeder gesehen", sagte Friesinger-Postma.

Ein fünfter Platz war das Beste aus nur sechs Weltcup-Rennen. Bessere Resultate und mehr Starts verhinderten Knie- und Knöchelprobleme sowie die Schweinegrippe.

Nach ihrem elften Platz bei ihrer Olympia-Generalprobe in Salt Lake City über 1000 m hockte sie niedergeschlagen im Innenraum des Olympic Oval und hielt sich das schmerzende Knie.

Knie-Therapie erfolgreich

Direkt nach ihrer Rückkehr aus Übersee ließ Friesinger-Postma dann eine Kernspin-Tomographie beim Münchner Orthopäden Dr. Volker Smasal machen. Der ehemalige Verbandsarzt hatte vor anderthalb Jahren den Knorpelschaden in ihrem Knie operiert, das seitdem nicht zur Ruhe kommt.

"Wir haben eine richtig gute Therapie gestartet, und das Ergebnis kann ich im Training fühlen", sagte sie nun.

Vorsicht im Training

Doch die Rückschläge im vergangenen Jahr haben die 32-Jährige auch vorsichtig werden lassen: "Ich darf jetzt keine Fehler mehr machen. Ein falscher Schritt, ein blöder Sturz oder erneute Überbelastung sind Dinge, die ich mir auf keinen Fall mehr erlauben darf."

Deswegen verzichtet sie im Training vorerst weiter auf die intensiven und belastenden Start-Einheiten und konzentriert sich stattdessen auf lange Intervalle.

Gold über 100 Meteri

Am kommenden Samstag will sie in Klobenstein ein Testrennen über 1500 m laufen, danach reist sie in die Niederlande auf den Bauernhof ihres Ehemannes Ids Postma.

"Er fliegt nicht mit nach Vancouver, und ich würde ihn schon gerne noch ein paar Tage sehen", sagte Friesinger-Postma, die am kommenden Montag in Friesland ihren 33. Geburtstag feiert.

Ab dem 20. Januar will sie sich in Erfurt im Trainingslager mit den übrigen Olympiateilnehmern den Feinschliff für die Rennen in Richmond, einem Vorort von Vancouver, holen. Dort geht es für sie am 18. Februar in ihrem ersten Rennen schon um alles oder nichts.

Über 1000 m will sie unbedingt Gold holen, trotz aller Rückschläge: "Ich weiß, dass ich wieder auf einem guten Weg bin."

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel