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Claudia Pechstein gewann 1994 ihre erste Goldmedaille über 5000 Meter © getty

Die deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften am Wochenende in Berlin sind Saisonauftakt und der erste Härtetest.

Berlin - Claudia Pechstein und Jenny Wolf geben Vollgas, und selbst die verletzte Anni Friesinger ist schon wieder "heiß aufs Eis".

Bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Berlin und eine Woche später beim Weltcup (7. bis 9. November) an selber Stelle wollen die deutschen Eischnellläuferinnen den Grundstein für einen glanzvollen Winter legen.

Die Krönung soll eine erfolgreiche Einzelstrecken-WM (12. bis 15. März 2009) auf der Olympiabahn von Vancouver werden.

Friesinger schont das Knie

Friesinger bleibt bei den beiden Wettkämpfen in Berlin-Hohenschönhausen allerdings nur die Zuschauerrolle.

Nach einer Knie-OP muss sich die 31-Jährige noch schonen, sie will erst am 21. Dezember in der Hauptstadt bei einem Qualifikationswettkampf für den zweiten Weltcup-Block ins Geschehen eingreifen.

"Es wird mir wehtun, wenn ich die DM und den Weltcup in Berlin sehe. Aber das ist auch ein gutes Zeichen. Dadurch sehe ich, dass ich noch heiß bin aufs Eis", sagt die Doppel-Weltmeisterin.

Moskau fest im Blick

Friesingers erste große Herausforderung wird die Sprint-WM in Moskau (17./18. Januar). Nachdem sie im vergangenen Jahr in Heerenveen 500-m-Weltrekordlerin Jenny Wolf den Titel überlassen musste, dämpft sie nun die Erwartungen.

"Es wäre anmaßend, sich etwas auszurechnen, weil ich gerade beim Start noch Probleme habe", sagt Friesinger: "Jenny oder auch die Chinesin Wang Beixing werden dort einfach noch zu stark für mich sein."

Friesinger will zur WM auf der neuen Bahn in Richmond bei Vancouver fit sein, um ihre Titel über 1000 und 1500 m erfolgreich zu verteidigen.

Fernziel Olympia 2010

Auch ihre einstige Erzrivalin Claudia Pechstein kann den Start in ihre 18. und voraussichtlich vorletzte Weltcup-Saison kaum erwarten. "Ich freue mich, dass es losgeht. Nachdem ich in den vergangenen Monaten hart trainiert habe, will ich wissen, wo ich im Wettkampf stehe", erklärt Pechstein.

Die fünfmalige Olympiasiegerin will sich nicht mehr wie so oft in der vergangenen Saison mit vierten Plätzen begnügen: "Die Einzelstrecken-WM im März ist der Höhepunkt der Saison. Da will ich eine Medaille gewinnen."

In Vancouver 2010 möchte die "Grande Dame" ihre sechsten Olympischen Spiele erleben und vielleicht ein sechstes Mal Gold gewinnen. Diesem Fernziel ordnet sie alles unter.

Im Sommer ließ sich die 36-Jährige bei einem operativen Eingriff die Nasenscheidewand richten. Dadurch soll sie auf der Eisbahn besser Luft bekommen. "Einen Vorteil hat die OP schon jetzt. Ich werde nicht mehr so oft krank", sagt "Pechi".

Lieber Vancouver als Moskau

500-m-Weltrekordlerin Wolf konzentriert sich in ihrer Planung ebenfalls ganz auf die WM auf der Olympiabahn. Dort strebt sie den erneuten Titel über ihre Spezialdistanz an. "Wenn man eine gute WM läuft, kann man viel Selbstvertrauen für die Spiele ein Jahr später mitnehmen", meint Wolf.

Angeblich keine besondere Rolle spielt in ihrem Trainingsplan die Sprint-WM. "Mein Training ist nicht auf Moskau abgestellt. Wenn es dort gut läuft, freue ich mich aber trotzdem", sagt Wolf.

Männer auf dem Vormarsch

Nachdem die Berlinerin im Sommer ihr Studium der Literaturwissenschaften abgeschlossen hat, will sie sich in den kommenden Monaten ganz auf den Sport konzentrieren.

Bei den deutschen Männern war im vergangenen Jahr ein Aufwärtstrend unverkennbar. Der dritte Platz in der Team-Verfolgung bei der WM in Nagano hat den Schützlingen von Trainer Bart Schouten Mut gemacht.

Nachdem im vergangenen Jahr der Berliner Tobias Schneider bei einem Radunfall verletzt wurde, gab es auch vor dieser Saison einen Rückschlag. Samuel Schwarz (Berlin) erlitt vor einigen Wochen bei einem Sturz im Shorttrack-Training einen Bänderriss. Bis zum Wochenende will der zweimalige Deutsche Meister jedoch fit sein.

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