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Daniela Anschütz hatte fast drei Sekunden Vorsprung auf Monique Angermüller © getty

Daniela Anschütz gewinnt in Berlin ihren achten DM-Titel, will aber mehr. Vor allem das Mini-Programm stört die Athleten.

Berlin - Favoritensiege am zweiten Tag der deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften der Eisschnellläufer in Berlin:

Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz (Erfurt) verteidigte über 1500 m ihren Titel aus dem Vorjahr in 1:58,84 Minuten erfolgreich. Bei den Männern siegte über die Mittelstrecke Lokalmatador Tobias Schneider in 1:50,14 Minuten.

In Abwesenheit der verletzten Anni Friesinger (Knie-Operation) und Claudia Pechstein, die am Vortag über 3000 m triumphierte, hatte Anschütz-Thoms leichtes Spiel.

Achter nationaler Titel

"Das war ein guter Auftakt. Doch zufrieden bin ich erst, wenn ich am nächsten Wochenende beim Weltcup in Berlin auf dem Treppchen stehe", sagte die 33-Jährige nach dem Gewinn ihres achten nationalen Titels.

Auf dem zweiten Platz landete Monique Angermüller (Berlin) in 2:01,72 Minuten, Dritte wurde Lucille Opitz (Berlin/2:03,10). Über 100 m setzte sich Nachwuchsläuferin Denise Roth (Mylau/10,75 Sekunden) vor den Berlinerinnen Jennifer Plate (11,08) und Charleen Marhold (11,42) durch.

Weltrekordlerin Jenny Wolf hatte nach ihrem 500-m-Sieg am Freitag auf einen Start im nicht-olympischen Sprint verzichtet.

Bos "eine Bereicherung"

Schneider war derweil mit seiner Siegerzeit nicht zufrieden. "Ich hatte die 5000 m vom Vortag noch in den Knochen, deshalb fehlte mir die Frische im zweiten Teil des Laufes", sagte der deutsche Meister.

Die Erfurter Robert Lehmann (1:50,85 Minuten) und Jörg Dallmann (1:51,59) belegten die Plätze zwei und drei.

Über 100 m behielt Matthias Schwierz (Berlin) in 10,04 Sekunden die Oberhand vor Denny Ihle (Chemnitz/10,11) und Ingo Bos (Berlin/10,12). Bos ist vor kurzem noch für die Niederlande gelaufen.

Der 23-Jährige, dessen Mutter aus Leipzig stammt, gehört nun dem deutschen Lager an und ist für den Weltcup am kommenden Wochenende als Ersatzmann vorgesehen. "Er ist eine Bereicherung für uns", sagte Trainer Bart Schouten.

Kritik am Zeitmanagement

Kritik mussten die Organisatoren der DM einstecken. Die leeren Ränge war man ja schon aus den vergangenen Jahren gewohnt.

Dass der zweite Tag mit einem Mini-Programm von zwei Stunden durchgezogen wurde, hatte allerdings wenig mit dem Niveau einer deutschen Meisterschaft zu tun.

"Vielleicht müssen wir das Zeitmanagement überdenken und die DM in Zukunft auf zwei Tage reduzieren", sagte Präsident Gerd Heinze von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).

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