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Zwölfter nationalen Titel: Claudia Pechstein ist gerüstet für den Weltcup © getty

Der Doppel-Triumph bleibt ihr verwehrt. Dennoch legt Claudia Pechstein bei der Einzelstrecken-DM einen gelungenen Weltcup-Test hin.

Berlin - Den Doppel-Erfolg verpasst, aber Selbstvertrauen gewonnen:

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein konnte mit dem Verlauf der deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften auf ihrer Hausbahn in Berlin zufrieden sein.

Zwar musste die 36-Jährige über 1000 m Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) den Sieg überlassen. Doch nach dem Erfolg über 3000 m zwei Tage zuvor blickte sie dem Weltcup-Auftakt am kommenden Wochenende an gleicher Stelle optimistisch entgegen.

"Meine Leistungen waren ordentlich. Jetzt möchte ich beim Weltcup aufs Treppchen", sagte Pechstein und konnte mit dem zweiten Platz über 1000 m (1:18,17 Minuten) gut leben.

"Ich hatte etwas Bammel"

"Ich bin ja keine Vollblutsprinterin und hatte etwas Bammel vor dem Start."

Die dienstälteste Läuferin der Weltspitze profitierte vom Ausfall ihrer Dauerrivalin Anni Friesinger. Die 31-Jährige greift nach einer Knie-Operation erst am 21. Dezember wieder ins Wettkampf-Geschehen ein.

Vor den Augen ihrer Familie hatte Pechstein zuvor über 3000 m die Attacken der jungen Konkurrenz abgewehrt und ihren zwölften nationalen Titel eingefahren.

WM-Medaille zum Ziel

Für die Saison hat sie sich viel vorgenommen. Bei der Einzelstrecken-WM im März in Vancouver will sie eine Medaille gewinnen.

Ein Jahr später soll dann auf derselben Bahn bei ihren sechsten Olympischen Spielen die sechste Goldmedaille herausspringen.

Team-Olympiasiegerin Anschütz-Thoms bewies, dass mit ihr in dieser Saison zu rechnen ist. Neben den 1000 m (1:17,80) hatte sie auch die 1500 m im Griff und verteidigte auf beiden Strecken erfolgreich ihren Titel. "Sie ist in der Form ihres Lebens und wird beim Weltcup vorne mitlaufen", sagte Bundestrainer Markus Eicher.

Wolf ohne Konkurrenz

Weltmeisterin Jenny Wolf bewies, dass sie auf nationaler Ebene ohne Konkurrenz ist. Die 29-Jährige gewann die 500 m in zwei Läufen in 38,07 und 38,16 Sekunden.

"Ich muss mich bis zum Weltcup steigern", sagte Wolf. "Da ist noch Luft nach oben. Sie wird am kommenden Wochenende eine 37-er Zeit laufen", meinte ihr Trainer Thomas Schubert.

Beim Weltcup in Berlin sind Pechstein und Anschütz für 1500 und 3000 m nominiert. Wolf startet über 500 m.

Auch Angermüller nominiert

Dazu nominierte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) Monique Angermüller (Berlin/500/1000/1500 m), Jennifer Plate (Berlin/500 m), Pamela Zoellner (Erfurt/500/1000 m), Judith Hesse (Erfurt/500/1000 m) und Heike Hartmann (Erfurt/500/1000 m).

Ebenso Gaby Hirschbichler (Inzell/1000 m), Lucille Opitz (Berlin/1500/3000 m), Katrin Mattscherodt (Berlin/1500/3000 m) und Stephanie Beckert (Erfurt/3000 m).

Bei den Männern gewann Samuel Schwarz (Berlin) wie im Vorjahr über 1000 m und zeigte trotz eines Bänderrisses in der Vorbereitung eine gute Leistung.

Jasch lobt Schwarz

"Er ist unser bester Mann über 1000 m und hat bewiesen, dass er technisches Format besitzt", sagte DESG-Teamchef Helge Jasch.

Nur drei Läufer waren über 10.000 Meter am Start. Am Ende siegte Moritz Geisreiter (Inzell) in 13:59,89 Minuten.

Bei den Frauen gewann Stephanie Beckert (Erfurt) über 5000 m den Titel.

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