vergrößernverkleinern
Claudia Pechstein wurde von der ISU wegen auffälliger Blutwerte bis Februar 2011 gesperrt © imago

"Sponsoren weg, Job weg, Haus weg. Alles weg": Die wegen Dopings gesperrte Olympionikin wollte sich von einer Brücke stürzen.

Köln - Claudia Pechstein plante nach eigenen Angaben im Verlauf ihres Dopingfalls ihren Selbstmord.

Das behauptet die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in ihrer Autobiografie "Von Gold und Blut - Mein Leben zwischen Olymp und Hölle", die sie am Montag in Berlin vorstellt. (Große Löcher und ein Dauergespenst)

Pechstein hatte demnach in der Zeit nach der Zustellung der Anklageschrift durch den Eislauf-Weltverband ISU (5. März 2009) konkret erwogen, sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Marcus Bucklitsch, von dem sie sich mittlerweile getrennt hat, das Leben zu nehmen.

"Und schon ist es vorbei"

Als Grund für ihre Selbstmordpläne nannte Pechstein Verzweiflung und Existenzangst, nachdem ihr die ISU in der ersten Anklageschrift organisiertes Blutdoping über ein knappes Jahrzehnt vorgeworfen hatte. 228201(DIASHOW: Die bizarrsten Doping-Ausreden)

"Dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los. Sponsoren weg, Job weg, Haus weg. Alles weg. Von einem Moment auf den anderen überkommt mich die nackte Existenzangst", schreibt Pechstein, die sich angeblich von einer Autobahnbrücke stürzen wollte.

"Mir scheint eine schnelle und sichere Lösung die beste Option, um sich von dieser Welt zu verabschieden", schreibt die Berlinerin. "Ein Sprung, ein Sturz in die Tiefe, ein harter Aufprall. Und schon ist es vorbei."

Manager-SMS hält Pechstein auf

Aus Gründen, die sie selbst nicht kenne, habe sie allerdings ihren Manager Ralf Grengel über ihre Suizid-Absicht informiert. Der Manager habe ihr keine 30 Sekunden später geantwortet: "Was soll der Scheiß?"

Pechstein antwortete, dass sie keinen Sinn mehr sehe. Daraufhin habe Grengel bei der damals 37-Jährigen angerufen und das Schlimmste vereitelt.

Erst am Freitag wurde bekannt, dass Pechstein auch bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi nicht starten darf, was sie angesichts ihrer "gestohlenen sechsten Olympischen Spiele" von Vancouver vorhatte.

Allerdings besagen die Zulassungsbestimmungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aus dem Jahr 2008, dass ein wegen Dopings für mindestens ein halbes Jahr gesperrter Athlet nach Ablauf der Sperre von den kommenden zwei Olympischen Spielen auszuschließen ist.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel