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Stephanie Beckert holte bei Olympia in Vancouver Silber über 3000 und 5000 m © imago

Stephanie Beckert verliert das Prestigeduell mit Sablikova beim Heim-Weltcup in Berlin. Jenny Wolf gelingt ein Doppel-Sieg.

Berlin - Doppel-Triumph für Jenny Wolf, Dämpfer für Stephanie Beckert und ein versöhnlicher Abschluss mit dem Sieg im Teamlauf:

Die deutschen Kufen-Asse konnten beim Heim-Weltcup in Berlin die Top-Leistungen vom Saisonstart in Heerenveen nur zum Teil bestätigen.

Wolf feierte bei der Eis-Gala auf ihrer Hausbahn die Weltcup-Siege Nummer 53 und 54. Beckert verlor über 3000 m das Duell gegen Martina Sablikova und wurde am Ende nur Dritte.

"Jenny ist zurzeit unschlagbar. Sie ist in fantastischer Form", sagte der deutsche Teamchef Helge Jasch.

Vier Siege in vier Rennen

Der Berlinerin liegt über 500 m nach vier Siegen in vier Rennen mit 400 Punkten im Gesamtklassement nahezu uneinholbar vorne. Im zweiten Lauf knackte sie die 38-Sekunden-Grenze und gewann mit der gefühlten Ewigkeit von 48 Hundertstelsekunden Vorsprung. Berlin bleibt Wolfs Revier.

"Das ist immer ein tolles Gefühl, zu Hause zu gewinnen. Meine Familie und Freunde sind da. Hier auf der Bahn bin ich schon mit acht Jahren gelaufen", sagte Wolf.

Mit dem 54. Erfolg kam sie in der ewigen Weltcup-Bestenliste der viertplatzierten Anni Friesinger-Postma (59 Siege), die im Sommer zurückgetreten war, wieder ein Stück näher. Vor dem Duo rangieren nur noch Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt/98 Siege), US-Sprinterin Bonnie Blair (USA/69) und der Kanadier Jeremy Wotherspoon (67).

Beckert: Toller Lauf

Nicht so rund lief es für die Olympia-Zweite Beckert. Nach ihrem Triumph in Heerenveen wollte die 22-Jährige auch vor heimischem Publikum über 3000 m aufs oberste Treppchen. Doch am Ende war nicht nur Doppel-Olympiasiegerin Sablikova (4:05,83), sondern auch die Amerikanerin Jilleanne Rookard (4:04,39) schneller als die Erfurterin (4:06,12).

Beckert selbst wollte sich die Ernüchterung nicht eingestehen: "Das war ein toller Lauf", sagte sie. Trainer Markus Eicher hingegen sprach Tacheles: "Das war ganz und gar kein optimaler Lauf. Sie kam nicht richtig ins Eislaufen - sie wollte zu viel."

Trösten konnte sich die Thüringerin mit der Führung im Gesamtweltcup, die sie mit 170 Punkten nach zwei Läufen weiter hält.

Teamchef Helge Jasch konnte dem dritten Platz durchaus etwas Gutes abgewinnen: "Das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Sonst wären die Erwartungen noch ins Unermessliche gestiegen."

Ein Handicap bleiben die Rückenprobleme, die Beckert immer wieder belasten. "Sie ist in Behandlung und muss aufpassen. Wir hoffen, dass die Beschwerden bald nachlassen", so Eicher.

Sieg im Team

Zum Abschluss im Teamwettbewerb gab Beckert noch einmal alles und gewann mit den Nachwuchsläuferinnen Isabell Ost (Berlin) und Jennifer Bay (Dresden) etwas überraschend das erste Weltcup-Rennen der Saison.

Das Team profitierte vom Sturz der Kanadierinnen und siegte vor den Niederlanden und Norwegen. "Ich bin zufrieden. Es war nicht alles perfekt, aber wir hatten eine gute Kommunikation und konnten im Lauf einige Durstrecken überwinden", sagte Beckert.

Ihle mit Pech und Rekord

Bei den Männern hatte Sprinter Nico Ihle großes Pech. Der aufstrebende Chemnitzer geriet in seinem zweiten Lauf über 500 m kurz nach dem Start ins Stolpern und landete am Ende in 35,78 Sekunden nur auf dem 19. Platz. Es siegte der Finne Pekka Koskela in 34,90. "

Ich bin mit der rechten Kufe ins Eis gehakt und habe mich schon liegen sehen. Aber so ist der Sprint. Auf der Gegengeraden habe ich mich wieder nach vorne gekämpft", sagte Ihle, der sich nach seiner Enttäuschung schnell wieder gefangen hatte: "Es kommen neue Chancen."

Eine neue Chance bekam Ihle schon am Sonntag in Berlin. Über 1000 m stellte er in 1:09,69 einen neuen persönlichen Flachland-Rekord auf und wurde beim Sieg von Olympiasieger Shani Davis (1:08,82) Siebter.

Angermüller Achte

"Ich bin mit Wut reingegangen, aber dennoch locker geblieben. Für mich ist das wie eine selbstgemachte Medaille", sagte Ihle.

Bei den Frauen gewann über 1000 m Olympiasiegerin Christine Nesbitt (Kanada/1:15,86), als beste Deutsche belegte Monique Angermüller (1:17.08) Platz acht.

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