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Lokalmatadorin Jenny Wolf feierte in Berlin ihren 27. Weltcup-Sieg © getty

Erst mit 30-minütiger Verzögerung kann Jenny Wolf beim ersten Weltcup der Saison in Berlin ihren 27. Sieg feiern.

Berlin - Nach einem Wechselbad der Gefühle und einer Zentimeter-Entscheidung hat Jenny Wolf beim ersten Eisschnelllauf-Weltcup auf ihrer Heimbahn in Berlin triumphiert.

Erst mit 30-minütiger Verzögerung durfte sie ihren 27. Weltcup-Sieg feiern.

Zunächst war die 29 Jahre alte Weltrekordlerin auf ihrer Paradestrecke 500 m zeitgleich mit der Chinesin Wang Beixing gestoppt worden.

Bahnrekord geknackt

Beide Sprinterinnen hatten in 37,75 Sekunden den Bahnrekord von Wolf (37,77 Sekunden) unterboten.

Am Ende jedoch prüfte der Weltverband ISU seiner neuen Regel zufolge ganz genau nach und erklärte Wolf eine gute halbe Stunde nach Rennende zur alleinigen Siegerin, weil sie sechs Tausendstelsekunden schneller war als Wang.

Wolf und Wang trennten im Ziel nur acht Zentimeter.

"Das ist genial bei Jenny"

"Als ich gesehen habe, dass Wang mir den Bahnrekord gestohlen hatte, habe ich mir gesagt: So geht es nicht", sagte Wolf.

Die Lokalmatadorin konterte in einem fantastischen Rennen die gute Vorgabe der Chinesin und bewies einmal mehr Nervenstärke.

"Das ist genial bei Jenny. Sie hat die starke Zeit von Wang mental gut weggesteckt und ist ihr eigenes Rennen gelaufen. Das ist super", sagte ihr Trainer Thomas Schubert.

Pech bei Pechstein

Bei Claudia Pechstein zwickte dagegen erst der Anzug und dann der Oberschenkel. Wegen einer Verhärtung im linken Oberschenkel musste die 36 Jahre alte Berlinerin, die zuvor ihren schlecht sitzenden Rennanzug kritisiert hatte, ihren Start über 1500 m absagen.

"Plötzlich war der Schmerz da. Ich habe sofort gemerkt, dass es nicht mehr geht", sagte Pechstein, die sich sofort in ärztliche Behandlung gab.

"Bei einem Start wäre das Risiko für eine Zerrung zu groß gewesen. Ich will unbedingt über 3000 m am Samstag starten. Deshalb bin ich vorsichtig geblieben und habe abgesagt", meinte Pechstein, die in Berlin über 3000 m einen Platz unter den ersten Drei anvisiert.

Zoff um zu engen Stoff

Zuvor hatte "Pechi" ähnlich auch wie Anni Friesinger, die in Berlin verletzt fehlte, und Daniel Anschütz-Thoms (Erfurt) die neuen Rennanzüge der Deutschen Eisschnellauf-Gemeinschaft (DESG) kritisiert.

"Ich würde am liebsten mit dem Anzug von 2002 laufen. Aus Japan ist extra eine Schneiderin angereist. Aber was will sie machen, wenn der Anzug ohnehin zu eng ist", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin.

Anschütz-Thoms auf Platz vier

Über 1500 m verpasste Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) den Sprung aufs Podium knapp.

Die Erfurterin belegte in 1:58,30 Minuten den vierten Platz. "Schade, ich war ganz nah dran. Doch ich kann damit leben. Der Start war nicht gut genug", sagte Anschütz.

Kanadas Läuferinnen sorgten für einen Dreifach-Erfolg ihres Landes. Kristina Groves gewann in 1:57,64 Minuten vor Brittany Schussler (1:57,74) und Shannon Rempel (1:58,04). Monique Angermüller (Berlin/2:09,91) belegte Platz 13, Lucille Opitz (Berlin/2:01,12) kam auf Rang 14.

Sturzfestival bei den Männern

Beim Sturzfestival über 500 m der Männer siegte Keiichiro Nagashima (Japan) in 34,92 Sekunden vor Pekka Koskela (Finnland/34,99 Sekunden) und Lee Kyou-Hyuk (Südkorea/35,01).

Insgesamt stürzten vier Läufer, am schlimmsten erwischte es den Kanadier Mike Ireland, er kugelte sich die Schulter aus.

Weltmeister Kramer gewinnt über 5000 m

Weltmeister Sven Kramer hat zum Abschluss des ersten Tages das 5000-m-Rennen gewonnen.

Der Niederländer lief in 6:15,73 Minuten die schnellste Zeit und verwies den Norweger Havard Bökko (6:20,03) und seinen Landsmann Carl Verheijen (6:20,88) auf die Plätze zwei und drei.

Bester Deutscher wurde Tobias Schneider (Berlin/6:31,60) auf Rang zwölf vor Marco Weber (Chemnitz/6:32,05) auf Platz 13.

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