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Daniela Anschütz-Thoms gewann bei Olympia 2006 Gold mit dem Team © getty

Daniela Anschütz Thoms freut sich beim Weltcup in Berlin über Platz zwei, für Jenny Wolf endet trotz eines Rekordes eine Serie.

Berlin - Sie riss die Arme in die Höhe und ließ ihrer Freude freien Lauf:

Daniela Anschütz-Thoms sorgte am zweiten Tag des Eisschnelllauf-Weltcups in Berlin mit ihrem zweiten Platz über 3000 m für das Glanzlicht aus deutscher Sicht und stahl der Fünftplatzierten Claudia Pechstein die Show.

Jenny Wolf erlebte über 500 m eine Ernüchterung und verlor nach zehn Weltcup-Siegen in Folge erstmals wieder ein Rennen.

Pechstein noch geschwächt

"Ich bin sehr glücklich über dieses Ergebnis, weil ich unbedingt wieder aufs Podium wollte", sagte Anschütz-Thoms, die nach 4:07,08 Minuten ins Ziel kam.

Die WM-Dritte feierte ihren größten Einzel-Weltcup-Erfolg seit dem zweiten Platz in Calgary im März 2007 und profitierte davon, dass sie mit der Siegerin Martina Sablikova (Tschechien) in einem Lauf antreten musste: "Martina ist zur Zeit das Maß der Dinge. Deshalb war es gut für mich, gegen sie zu laufen", sagte die Erfurterin.

Nicht so erfolgreich lief es für die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Die Berlinerin musste sich in 4: 08,42 Minuten mit Platz fünf begnügen. Die Lokalmatadorin zeigte sich noch geschwächt von ihrer Oberschenkel-Verletzung, die sie am Vortag zur Absage des 1500-m-Laufs gezwungen hatte. Es siegte Sablikova (4:03,70), Dritte wurde die Japanerin Masako Huzumi (4:07, 92). Überzeugen konnte Stephanie Beckert (Erfurt), die in neuer persönlicher Bestzeit (4:09,99) auf Platz neun lief.

"Eigentlich bin ich ganz zufrieden, weil der zeitliche Abstand zu Platz zwei nicht groß ist", sagte Pechstein.

Schmerzen hat die 36-Jährige bei ihrem Lauf nicht verspürt, doch "die Verletzung merkt man schon", sagte "Pechi", die unter die ersten Drei kommen wollte: "Auf Dauer bin ich mit dem fünften Platz nicht zufrieden."

Wolfs erste Niederlage nach einem Jahr

Weltrekordlerin Jenny Wolf musste sich über 500 m trotz eines Traumstarts nach knapp einem Jahr wieder geschlagen geben. Die 29 Jahre alte Berlinerin lief in 10,19 Sekunden die schnellste 100-m-Zwischenzeit, die je auf einer Flachbahn über 500 m gelaufen wurde. Am Ende reichte es in 37,95 Sekunden allerdings nur zu Platz zwei hinter ihrer chinesischen Dauerrivalin Wang Beixing (37,91). Dritte wurde Lee Sang-Hwa (Südkorea/38,26).

"Nach dem Wackler in der zweiten Kurve fehlte mir die Kraft, auf der Zielgeraden noch einmal zu beschleunigen", sagte Wolf, die mit Wang in einem Rennen lief. "Ich weiß jetzt, dass nach oben noch eine Steigerung drin ist. Zu Beginn der vergangenen Saison musste ich auch einige Rückschläge hinnehmen, ehe sich der Erfolg einstellte", sagte Wolf.

"Wang Beixing hat gezeigt, dass man immer mit ihrer rechnen muss. Das wird eine spannende Saison", sagte Teamchef Helge Jasch von der Deutschen Eisschnellauf-Gemeinschaft (DESG). Am Vortag hatte Wolf das erste 500-m-Rennen gegen Wang mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung gewonnen und in 37,752 Sekunden einen neuen Bahnrekord aufgestellt.

Wotherspoon stürzt

Bei den Männern entschied Joji Kato das Rennen über 500 m für sich. Der Japaner lief 34,70 Sekunden und stellte einen neuen Bahnrekord auf. Auf den zweiten Platz lief der Chinese Yu Fengtong (35,07), Dritter wurde der Finne Mika Poutala (35,13).

Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz des Kanadiers Jeremy Wotherspoon. Der Weltrekordler verlor in der Kurve die Kontrolle, prallte in die Bande und schied mit Verdacht auf Armbruch aus. Am Tag zuvor hatte sich bereits der Kanadier Mike Ireland den Arm nach einem Sturz ausgekugelt. Drei weitere Läufer waren bei dem Sturzfestival zu Boden gegangen.

Kramer dominiert auch über 1500 m

Sven Kramer feierte über 1500 m seinen zweiten Sieg von Berlin.

Einen Tag nach seinem Triumph über 5000 m gewann der niederländische Weltmeister in 1:45,69 Minuten. Auch auf den folgenden drei Plätzen landeten Niederländer. Zweiter wurde Erben Wennemars (1:45,85) vor Simon Kuipers (1:45,95) und Mark Tuitert (1: 46,04).

Bester Deutscher wurde Tobias Schneider auf Rang 17.

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