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Noch gehandicaped durch eine Oberschenkelverletzung: Claudia Pechstein © getty

Im Team-Wettbewerb beim Weltcup in Berlin reicht es für die deutschen Damen nicht zum Sieg. Nur eine erfüllt die Erwartungen.

Berlin - Dämpfer für Claudia Pechstein, ein Wechselbad der Gefühle für Jenny Wolf und eine starke Leistung von Daniela Anschütz-Thoms: Die deutschen Eis-Königinnen ließen beim Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin noch jede Menge Wünsche offen und mussten sich im abschließenden Team-Wettbewerb mit Platz zwei begnügen.

Zudem wurden die Läufe der Männer von spektakulären Stürzen überschattet.

Oranje auf Rang eins

Vor 2000 Zuschauern verpassten die deutschen Damen zum Ende des ersten Saison-Weltcups in der Team-Verfolgung den erhofften Sieg und mussten sich in 3:04,51 Minuten mit Platz zwei hinter den Niederlanden begnügen.

Für die Gastgeber liefen die Berlinerinnen Pechstein und Lucille Opitz sowie Anschütz-Thoms.

Anni Friesinger wird wegen einer Knie-Operation erst am 21. Dezember wieder in den Wettkampf eingreifen.

Anschütz-Thoms der Lichtblick

Herausragende deutsche Läuferin des Wochenendes war Daniela Anschütz-Thoms. Die 33 Jahre alte Erfurterin lief über 3000 m in 4: 07,08 Minuten auf Platz zwei, musste sich nur der tschechischen Ausnahme-Läuferin Martina Sablikova (4:03,70) geschlagen geben und wiederholte ihr bestes Weltcup-Ergebnis vom März 2007.

"Sie ist in Top-Form. Sie wird bald oben auf dem Treppchen stehen", sagte Bundestrainer Markus Eicher.

Für Heimtrainer Stephan Gneupel war die Leistung seiner Läuferin keine Überraschung: "Sie trainiert hart und ist generell sehr diszipliniert."

Der Erfurter Coach kritisierte erneut den Verband, weil er nicht bei jedem Auslandsstart dabei sein kann: "Bei anderen deutschen Läuferinnen ist das doch auch möglich."

Pechstein verpasst Podium

Claudia Pechstein verpasste auf ihrer Paradestrecke über 3000 m in 4:08,42 das Podium und wurde Fünfte.

"Mein Ziel bleibt ein Platz unter den ersten Drei", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin. Die 36-Jährige litt unter den Folgen einer Oberschenkelverletzung, die sie am Freitag zur Absage des 1500-m-Laufes gezwungen hatte.

"Wenn die Verletzung abgeklungen ist, werden die Zeiten noch etwas besser", versprach "Pechi."

Licht und Schatten bei Jenny Wolf

Jenny Wolf erlebte auf ihrer Hausbahn in Berlin ein Wechselbad der Gefühle. Im ersten 500-m-Lauf setzte sie sich gegen ihre chinesische Rivalin Wang Beixing in Bahnrekord (37,752 Sekunden) und mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung durch.

Im zweiten Lauf wurde Wolf (37,95) hinter Wang nur Zweite und verlor erstmals seit elf Monaten und zehn Weltcup-Siegen in Folge ein Rennen.

Angermüller auf Rang acht

Über 1000 m der Frauen sorgte Monique Angermüller (1:17,63) mit Platz acht beim Sieg der Kanadierin Christine Nesbitt für ein gutes Resultat.

Bei den Männern sicherte sich über 1000 m der Niederländer Stefan Groothuis (1:09,13) den Sieg, bester Deutscher wurde Samuel Schwarz (Berlin/1:10,14) auf Rang 14.

Schlimme Stürze

Die Rennen der Männer wurden von einer Reihe von Stürzen überschattet.

Kanadas Weltrekordler Jeremy Wotherspoon zog sich einen Bruch des linken Oberarms zu, nachdem er über 500 m in die Bande geprallt war. Sein Landsmann Mike Ireland kugelte bei einem Sturz die Schulter aus.

Möglicher Grund für die hofe Unfallquote: Eine neue Regel des Weltverbandes ISU verunsichert die Läufer.

Seit dieser Saison werden die Athleten beim Überfahren der Bahnmarkierung disqualifiziert und nicht mehr verwarnt. Das führte dazu, dass neben dem Grefrather Stefan Heythausen zahlreiche Läufer ausschieden.

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