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Claudia Pechstein, Daniela Anschütz und Lucile Opitz laufen für Deutschland © getty

Nach durchwachsenenen Leistungen in Berlin wollen die deutschen Eisschnellläufer beim Weltcup in Heerenveen wieder voll angreifen.

Berlin - Claudia Pechstein und Jenny Wolf erholen sich in Berlin, Daniela Anschütz-Thoms schob einen kurzen Zwischenstopp in der Heimat ein:

Nach einem Weltcup-Auftakt mit Licht und Schatten blieben den deutschen Eisschnellläuferinnen gerade mal zwei Tage zur Regeneration.

Schon am Mittwoch geht es weiter zum zweiten Weltcup nach Heerenveen, wo die Deutschen einen erneuten Anlauf auf die Spitze nehmen wollen.

Kampfansage von Anschütz-Thoms

"Natürlich will ich vorne mitlaufen. Nach dem zweiten Platz in Berlin geht es für mich ja nicht mehr um Platz zehn", sagte Anschütz-Thoms und machte der in Berlin siegreichen Tschechin Martina Sablikova eine Kampfansage.

Die 21 Jahre alte Ausnahme-Athletin gilt zurzeit als Maß der Dinge über die langen Kanten. "In dem Alter habe ich mir auch keine Rübe gemacht. Sie kann unbekümmert laufen", sagt Pechstein über die junge Konkurrentin.

Friesinger im Aufbautraining

Olympiasiegerin Anni Friesinger, die wegen einer Knie-Operation noch bis zum 21. Dezember ausfällt, will in den nächsten Tagen das Training etwas anziehen. "Ich möchte beim Intervall-Training ein paar schnelle Runden drehen. Ich hoffe, der Arzt stimmt zu", sagte Friesinger, die in Heerenveen wieder zuschauen wird.

Frauen-Bundestrainer Markus Eicher sah Steigerungspotenzial: "Wir können einen Schritt nach vorne machen." Vor allem die gute Leistung im Team-Wettbewerb mit Platz zwei hinter den Niederländerinnen machte Mut.

In Heerenveen soll erneut das Top-Trio mit Pechstein, Anschütz und Lucille Opitz laufen. "Dann haben wir genug Punkte und können unsere Spitzenläuferinnen später in der Saison schonen", so Eicher.

"Ein heißes Duell"

Gelassen reagierte man im deutschen Lager auf die erste Niederlage von Jenny Wolf im 500-m-Weltcup seit elf Monaten. "Wang Beixing ist eine starke Läuferin, die man immer im Auge haben muss", sagte Wolfs Trainer Thomas Schubert über die siegreiche Chinesin.

Teamchef Helge Jasch konnte der Niederlage etwas Gutes abgewinnen: "Das Magazin ist geladen für ein heißes Duell."

Sonderlob für Beckert

Einige Sorgen bereitete Eicher die Gesamtlage im Frauen-Sprint. Außer Jenny Wolf sei weit und breit keine gute Läuferin in Sicht. Mit den Ergebnissen über 3000 m hingegen war der Trainer zufrieden, auch "nach dem ganzen Drumherum mit Claudia, ob sie laufen kann oder nicht", wie Eicher gereizt anmerkte.

Pechstein hatte ihren Start wegen einer Oberschenkelverletzung lange offen gelassen, ehe sie am Ende doch aufs Eis ging und Fünfte wurde.

Ein Sonderlob des Bundestrainers verdiente sich Stephanie Beckert, die als Neunte über 3000 m erstmals in die Top Ten lief. "Wir werden sie jetzt nur noch über 3000 und 5000 m einsetzen. Da liegt ihre Zukunft", meinte Eicher. Auch Monique Angermüller ließ mit ihrem achten Platz über 1000 m aufhorchen.

Männer im Team stark

Die Männer schöpften ihren Optimismus ebenfalls aus dem guten Abschneiden im Team-Wettbewerb mit Platz zwei hinter Kanada. "Wir haben bestätigt, dass wir immer um eine Medaille mitlaufen können", sagte Bundestrainer Bart Schouten.

Mit den Einzel-Ergebnissen seiner Schützlinge war der Niederländer nicht zufrieden: "Das war ein schmerzlicher Rückfall in alte Fehler."

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