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Stephanie Beckert feierte seit ihrem Debüt 2006 fünf Weltcup-Siege © getty

Das Eis taut zwischen Steffi Beckert und der Rückkehrerin taut. Pechstein erläutert: "Mit Anni ging es ganz anders zur Sache."

Inzell - Draußen vor der Halle taut der Schnee, und auch in der Arena von Inzell scheint die Eiszeit ein Ende zu nehmen. Die Tage böser Blicke und verbaler Tiefschläge sind wohl vorbei - zumindest vorübergehend.

Claudia Pechstein und Stephanie Beckert haben bei der Eisschnelllauf-WM eine leichte Annäherung gewagt. (Auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Nach dem Rennen über 3000 m fielen erstmals freundliche Worte. "Ich habe Stephanie vor dem Lauf gesprochen und ihr Glück gewünscht", berichtete Pechstein.

Und auch Beckert gab sich erstaunlich auskunftsfreudig. `Claudia ist zurück. Es war klar, dass das irgendwann passieren würde", sagte die Team-Olympiasiegerin.

"Meine Faust will in ihr Gesicht"

Bis dahin hatte sich die 17 Jahre jüngere Beckert über Pechstein überhaupt nicht geäußert - ganz nach dem Motto von Schlagersängerin Andrea Berg: "Die Gefühle haben Schweigepflicht".

Chef-Bundestrainer Markus Eicher hat die Annäherung freudig zur Kenntnis genommen. Noch zwei Tage zuvor war nicht klar, ob die Rivalinnen am Sonntag überhaupt gemeinsam in einer Mannschaft antreten würden, zu tief waren die Wunden der Vergangenheit.

Pechstein hatte in ihrer Biographie nach einem Streit im Training über Beckert abgelästert ("Meine Faust will in ihr Gesicht").

Über 5000 m wieder gegeneinander

Nun aber scheint der gemeinsame Auftritt in der Team-Verfolgung und damit der gelungene WM-Finale am Sonntag für die deutsche Mannschaft gesichert.

Wenige Stunden zuvor macht Sprinterin Jenny Wolf über 500 m noch Jagd auf Gold. "Wir hoffen auf einen guten Abschluss", sagt Eicher. Über die endgültige Besetzung der Mannschaft soll ein Trainergespräch Klarheit bringen.

Am Samstag treten Pechstein und Beckert über 5000 m noch einmal gegeneinander an. "Ich rechne mir über 5000 m etwas mehr aus als über die 3000 m", sagte Pechstein.

Pechstein und ihre Paradestrecke

Die fünfmalige Olympiasiegerin erlebte am Donnerstag mit Platz acht über 3000 m eine Ernüchterung. Nun soll es am Samstag mit der ersten Medaille klappen. 228201(DIASHOW: Kuriose Doping-Ausreden)

Auf der längsten Frauen-Strecke gewann die sechsmalige Weltmeisterin immerhin von 1994 bis 2002 dreimal in Folge olympisches Gold.

Auch Beckert ist hoch motiviert. "Die 5000 m können kommen. Ich bin bereit", sagte die Erfurterin, die über 3000 m mit Bronze ihre erste Medaille bei einer Einzelstrecken-WM gewonnen hatte.

"Kein echter Zickenkrieg"

Neue Giftpfeile muss Beckert aus dem Lager von Pechstein zunächst nicht mehr befürchten. Für die streitbare Berlinerin hatte der Zoff mit Beckert eh nicht die Dimension früherer Tage. "Das war kein echter Zickenkrieg wie mit Anni Friesinger. Da ging es noch ganz anders zur Sache", sagte Pechstein über die Spannungen mit Beckert.

Am Freitag konnten sich beide Langstrecken-Läuferinnen erst einmal erholen. Die Wettkampfpause füllten sie mit leichtem Training und viel Relaxen. Pechstein verbrachte die freien Stunden mit Freund Matthias.

Beckert wollte die Zeit zu einem Spaziergang nutzen, schließlich ist Labrador-Hündin Trixi mit nach Inzell gereist.

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