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Claudia Pechstein gewann in Inzell ihre 35. WM-Medaille © getty

Die beiden Rivalinnen erfüllen sich bei der Eisschnelllauf-WM ihre Medaillenträume und begraben das Kriegsbeil.

Inzell - Stephanie Beckert strahlte vor Glück und winkte mit der Deutschland-Flagge ins Publikum, Claudia Pechstein schlug vor Freude immer wieder die Hände vors Gesicht und ließ den Tränen freien Lauf:

Die deutschen Langstrecken-Asse trumpften bei der Eisschnelllauf-WM in Inzell über 5000 m groß auf. Beckert holte in 6:54,99 Minuten Silber, Pechstein lief in 7:00,90 Minuten beim Sieg der Tschechin Martina Sablikova (6:50,83) zu Bronze.

Am Ende nahm Beckert ihre Erzrivalin sogar in den Arm und beendete zumindest vorerst den monatelangen Streit.

Pechstein: "Einfach Wahnsinn"

"Mir fehlen die Worte und mir laufen die Tränen. Aber das sind Freudentränen. Das ist einfach Wahnsinn", sagte Pechstein, die ihr Glück kaum fassen konnte. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Die fünfmalige Olympiasiegerin hatte das kleine Wunder doch noch wahrgemacht. Nur knapp fünf Wochen nach Ablauf ihrer zweijährigen Sperre wegen erhöhter Blutwerte stand sie bei einer WM wieder auf dem Podium. "Ich habe allen gezeigt, dass ich fähig bin, in die Weltspitze zurückzukehren", sagte sie. ( 228201DIASHOW: Kuriose Doping-Ausreden)

Die 39-Jährige bot vor 6000 Zuschauern ein starkes Rennen und verausgabte sich völlig. Nach gutem Beginn konnte sie am Ende das hohe Tempo nicht mehr ganz halten, erzielte dennoch eine Weltklasse-Zeit auf einer Flachbahn.

Beckert überzeugend

"Ich habe alles gegeben. Es war ein harter Wettkampf. Ich bin froh, dass es zu Bronze gereicht hat", sagte Pechstein, die bei der Siegerehrung erneut mit den Tränen kämpfen musste. Voller Freude klatschte sie ihren Trainer Joachim Franke ab und fiel Freund Matthias in die Arme.

Einen überzeugenden Auftritt zeigte auch Beckert, die zunächst die starken Läufe von Pechstein und Sablikova mitansehen musste. Beckert blieb jedoch cool und fand auf der schnellen Bahn mehr und mehr zu ihrem Tempo.

"Die Medaille bedeutet mir sehr viel. Das ist Wahnsinn", sagte Beckert, die zwei Tage nach Bronze über 3000 m ihr zweites WM-Edelmetall einfuhr. Der Streit mit Pechstein schien beendet. "Sie hat mir gratuliert, ich ihr. Morgen werden wir dann im Team alles geben, um oben zu landen", sagte Beckert.

Bach gratuliert

Lob gab es für beide von höchster Stelle. "Das war eine großartige Leistung von beiden Athletinnen", sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen SportBundes.

"Stephanie Beckert hat ihre Silbermedaille von Vancouver bestätigt und ist unsere große Hoffnungsträgerin für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Großen Respekt habe ich vor dem Ergebnis von Claudia Pechstein. Nach zwei Jahren mit einer Bronzemedaille zurückzukommen ist eine außergewöhnliche Leistung."

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