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Claudia Pechstein wird im nächsten Februar 40 Jahre alt © getty

Nach einem Justiz-Marathon holt Claudia Pechstein WM-Bronze. Die neue Harmonie mit Rivalin Beckert führt zu einer Team-Medaille.

Inzell - Immer wieder schossen ihr die Tränen in die Augen.

Auf der Ehrenrunde, bei der Siegerehrung, auf der Pressekonferenz. Claudia Pechstein hatte ihre Gefühle nicht mehr im Griff.

"Das war die schönste Bronzemedaille meiner Laufbahn", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin.

Mit Platz drei über 5000 m hatte die Berlinerin nur fünf Wochen nach Ablauf ihrer zweijährigen Dopingsperre ihr Comeback bei der Eisschnelllauf-WM in Inzell gekrönt.

Zum WM-Abschluss freute sich Pechstein an der Seite von Stephanie Beckert und Isabell Ost über Bronze im Team-Wettbewerb.

Sieg für die Familie

Pechstein kämpfte nach ihrem Einzel-Erfolg immerfort mit den Freudentränen.

"Für meine Mutter und meinen Vater war es besonders schwer. Deshalb bin ich so erleichtert", sagte Pechstein nach dem ganzen Frust um die zweijährige Sperre. (228201DIASHOW: Kuriose Doping-Ausreden)

Am Ende musste sie sich über 5000 m nur Weltmeisterin Martina Sablikova und der Erfurterin Stephanie Beckert geschlagen geben und feierte einen nie dagewesenen Erfolg.

(Auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Pechstein erfolgreichste Ahtletin

Noch nie hatte eine 39-Jährige Edelmetall bei einer Einzelstrecken-WM geholt.

Mit 55 Medaillen bei Olympia, WM und EM ist Claudia Pechstein die erfolgreichste Athletin.

Als der dritte Platz feststand, suchte Pechstein im Innenraum der Eishalle für einige Minuten ein einsames Plätzchen. "Da habe ich gedacht: Mensch, du bist bei einer WM und hast Bronze."

Respekt von Bach

In der Tat glich ihr Leben in den letzten beiden Jahren einem enormen Kraftakt zwischen Training, Gerichtssaal und Anwaltskanzlei.

"Nach zwei Jahren mit einer Bronzemedaille zurückzukommen, ist eine außergewöhnliche Leistung", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.

In der Stunde des Triumphes fiel Pechstein auch die Annäherung mit Rivalin Stephanie Beckert leicht.

Nach monatelangem Streit nahmen sich beide kurz in den Arm.

"Steffi ist auch gut gelaufen"

"Steffi ist auch gut gelaufen", sagte die 17 Jahre ältere Pechstein, die starke 7,00,90 Minuten erzielte.

Beckert gewann in 6:54,99 Silber und holte nach Bronze über 3000 m ihre zweite Medaille.

Anschließend griff sie sich die deutsche Fahne und winkte immer wieder ins Publikum.

"Die Medaille bedeutet mir sehr viel. Das ist Wahnsinn", sagte die 22-Jährige.

I-Tüpfelchen für Pechstein

Die neue Harmonie bescherte der Frauen-Mannschaft zum Abschluss der WM hinter Kanada und den Niederlanden Bronze in der Team-Verfolgung.

"Die Absprachen haben geklappt, deshalb waren wir so gut", sagte Beckert.

Und Pechstein strahlte vor Glück: "Es hat doch keiner damit gerechnet, dass wir hier Bronze holen. Für mich persönlich ist es das I-Tüpfelchen."

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