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Claudia Pechstein begann 1993 ihre Grundausbildung beim Bundesgrenzschutz © getty

Die Eisschnellläuferin will ihre Karriere nach dem erfolgreichen WM-Comeback fortsetzen. Es bleiben jedoch viele Fragen offen.

Inzell - Ihr Trainer geht in Rente, die Bundespolizei bittet zum Dienst, ihr Status als Beamtin steht auf dem Spiel.

Claudia Pechstein blickt am Ende des Winters in eine ungewisse Zukunft.

Nach ihrem gelungenen Comeback mit zwei Bronzemedaillen bei der WM in Inzell will die fünfmalige Olympiasiegerin aber auf jeden Fall ihre Karriere fortsetzen und bei Olympia 2014 in Sotschi starten.

"Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und alles besprechen", sagte Pechstein in Inzell.

Franke bleibt nicht Pechsteins Trainer

Auf ihren Langzeit-Trainer Joachim Franke allerdings kann sie nicht mehr setzen. Der 70-Jährige hört definitv auf.

"Es war so abgesprochen, dass ich Claudia bei ihrem Comeback nur noch bis zu den Weltmeisterschaften betreue. Ich muss an meine Gesundheit denken", sagte der Coach. Der Verband sucht nach Ersatz.

"Wir werden versuchen, Claudia wieder in unser System einzugliedern", sagte Chef-Bundestrainer Markus Eicher. (Auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Co-Bundestrainer für Berlin?

Auf einer Klausurtagung in der kommenden Woche sollen Fakten geschaffen werden.

Nach derzeitigem Stand ist Mehrkampf-Trainer Stephan Gneupel für Pechstein zuständig. Doch Gneupel arbeitet in Erfurt. Pechstein will in Berlin trainieren.

"Ein Co-Bundestrainer könnte in Berlin die Betreuung übernehmen", sagte Eicher.

Karriereende keine Option

Nicht in Frage kommt für Pechstein das Karriereende, obwohl der Augenblick nicht unpassend scheint.

Mit der Rückkehr in die Weltspitze nach zweijähriger Dopingsperre gelang ihr ein kleines Sportwunder, zwei weitere WM-Medaillen sind mehr, als selbst Fans ihr zugetraut hätten. (228201DIASHOW: Kuriose Doping-Ausreden)

Während der kommenden Saison wird sie 40 Jahre alt, es drohen sportliche Rückschläge.

Olympiastart bisher unmöglich

Dennoch blieb die Berlinerin bei ihrer Linie: "Ich will 2014 bei Olympia starten."

Nach derzeitigem Stand ist ein Start in Sotschi unabhängig von Alter und Form unmöglich.

Die Zulassungsbestimmungen des IOC, die sogenannten Osaka-Regeln, besagen: Ein wegen Dopings für mindestens ein halbes Jahr gesperrter Athlet ist nach Ablauf der Sperre für die kommenden zwei Olympischen Spiele nicht startberechtigt.

Pechstein muss zum Dienst

Pechstein und ihr Lager hoffen zumindest in diesem Punkt auf Begnadigung durch den IOC.

Möglichst rasch klären lassen muss Pechstein ihren beruflichen Status.

Als Beamtin der Bundespolizei erhielt sie für die Dauer der WM bis Montag Sonderurlaub. Danach nimmt sie ihren Jahresurlaub, der aber auch nach einigen Wochen abgelaufen ist.

Im Anschluss muss sie laut Bundesinnenministerium zum Dienst in Uniform antreten.

Keine Sportförderung

Dies will sie jedoch auf jeden Fall verhindern, um genügend Zeit für die Vorbereitung auf die kommende Saison zu haben.

Durch ihre starken Leistungen in Inzell ist Pechstein wieder Mitglied der Nationalmannschaft, doch von der Sportförderung bleibt sie ausgeschlossen.

Das Ministerium und nahezu alle Parteien im Bundestag hatten sich für das Ende der Förderung ausgesprochen.

Fraglich ist, ob das Ministerium und die Politiker ihre Meinung angesichts von zwei WM-Medaillen ändern.

Blutanomalie soll weiter untersucht werden

Parallel dazu setzt Pechstein ihren "Kampf um Rehabilitierung" gegen den Weltverband ISU fort.

Am Montag suchte sie mit ihrem Vater in München den Hämatologen Stefan Eber auf, um erneut ihre vererbte Blutanomalie untersuchen zu lassen.

Sollte man das Gen für die Anomalie finden, sieht sich das Pechstein-Lager gestärkt im juristsichen Dauerstreit mit der ISU.

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