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Claudia Pechstein ist die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin © getty

Claudia Pechstein feiert ihren ersten Sieg seit zwei Jahren. Von ihrer schnellen Zeit ist die Berlinerin selbst überrascht.

Moskau - Claudia Pechstein blickte ungläubig auf die Zeitmessung, streckte die Siegerfaust in die Höhe und klatschte mit Teamchef Helge Jasch ab.

Die fünfmalige Olympiasiegerin ist nach einem "unglaublichen Rennen" über 5000 m in Moskau zu ihrem ersten Einzeltriumph bei einem Weltcup seit zwei Jahren gestürmt.

Die 36 Jahre alte Berlinerin gewann in der zweitbesten jemals von ihr gelaufenen Zeit von 6:49,92 Minuten ihr insgesamt 25. Weltcup-Rennen und verwies Weltrekordlerin Martina Sablikova aus Tschechien (6:58,18) mit über sieben Sekunden Abstand auf Platz zwei.

Fünftschnellste Zeit aller Zeiten

"Ich bin einfach nur happy. Ich hatte ein Supergefühl, aber dass es so schnell gehen könnte, hätte ich niemals geglaubt", meinte Pechstein mit Blick auf die sechstschnellste 5000-Meter-Zeit der Eisschnelllauf-Geschichte.

"Ich bin mit zwei schnellen 31-Sekunden-Runden gestartet, danach habe ich es einfach laufen gelassen. Es war unglaublich. Ich dachte, die Hallensprecherin, die die Rundenzeiten durchsagte, hat sich verlesen."

"Absolute Granate"

Selbst der sonst so zurückhaltende Teamchef Jasch hatte nichts als Lob für Pechstein übrig: "Das war der Wahnsinn, wie sie durchgezogen hat, ein perfekter Lauf, eine absolute Granate."

Die erst 20-jährige Erfurterin Stephanie Beckert, die ihre persönliche Bestleistung gleich um knapp acht Sekunden unterbot, komplettierte mit ihrem sensationellen dritten Platz (7:01,72) das Spitzenergebnis für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).

Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) enttäuschte dagegen und belegte nach einem "totalen Blackout" nur Rang sechs (7:06,02).

Neuer Bahnrekord

Pechstein, die auch Moskauer Bahnrekord lief, hatte am 25. November 2006 ebenfalls in der russischen Hauptstadt über 5000 m ihren bislang letzten Weltcup-Sieg auf einer Einzelstrecke verbucht.

Danach folgte vor allem in der vergangenen Saison eine bittere Serie vierter Plätze. "Das ist eigentlich für mich das Wichtigste, dass es nicht wieder nur Platz vier geworden ist", meinte Pechstein nach ihrer Gala-Vorstellung.

Zuletzt hatte die Berlinerin schon wieder aufsteigende Form gezeigt. In der vergangenen Woche in Heerenveen hatte nur ein Stolperer in der vorletzten Runde des 3000-m-Rennens den Sprung aufs Podest verhindert.

Nur bei Olympia schneller

Schneller als in Moskau war Pechstein bislang nur bei ihrem Olympiasieg 2002 in Salt Lake City (6:46,91) gelaufen. Sablikovas Weltrekord (6:45,61), ebenfalls auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in den USA gelaufen, verfehlte sie nur um gut vier Sekunden.

Vor allem der Sieg über Sablikova hatte für Pechstein richtungweisenden Charakter. "Sie ist eben nicht unschlagbar", meinte sie mit Blick auf die Weltmeisterin, Weltrekordlerin und Weltcupsiegerin aus Tschechien.

Im Langstrecken-Weltcup verbesserte sich Pechstein mit 210 Punkten hinter Sablikova (210) auf Rang zwei.

Beckerts Ziel: "Ein Olympiasieg"

Stephanie Beckert war über ihren dritten Platz mindestens ebenso glücklich wie Pechstein über den Sieg.

"Ich schwebe auf Wolke sieben", meinte die Erfurterin, die nun endgültig die große Hoffnungsträgerin für die Zeit nach Pechstein, Anni Friesinger und Jenny Wolf ist.

Passende Ziele formulierte sie nach dem ersten Weltcup-Podestplatz ihrer Karriere bereits: "Ich möchte mal Olympiasiegerin werden."

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