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Claudia Pechstein gewann bei olympischen Winterspielen insgesamt fünf Goldmedaillen © getty

Deutschlands Rekord-Winterolympionikin will nun auch zu den Sommerspielen. Dieses Vorhaben kommt bei der Konkurrenz nicht gut an.

Berlin - Die Deutsche Meisterin hält sie für "frech", der Bundestrainer ist skeptisch, nur die Organisatoren reiben sich die Hände:

Claudia Pechsteins Ausflug in den Radsport sorgt vor den deutschen Bahnrad-Meisterschaften, die am Mittwoch in Berlin beginnen, für jede Menge Wirbel.

Vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin von ihren Olympia-Ambitionen spricht, sorgt bei den Experten für Unverständnis.

"Bei all ihren Verdiensten in ihrer Sportart - ich finde es ziemlich frech, wenn sie sagt, sie will nach drei Wochen Training in die Spitze fahren und damit zu Olympia", sagte Kristina Vogel der "Thüringer Allgemeinen".

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Skepsis beim Bundestrainer

Die 20-Jährige will mit dem Start der Senioren-Wettbewerbe ab Donnerstag im Velodrom ihre Titel im Sprint, Keirin und über 500 m verteidigen.

Auch Bundestrainer Detlef Uibel ist skeptisch.

"Ich will Claudia Pechstein nicht zu nahe treten, aber ich halte das für sehr fragwürdig. Für einen Quereinsteiger ist das sehr schwierig und in kurzer Zeit nicht erlernbar, gerade mit Blick auf die Schnelligkeit und die Rennübersicht", sagte Uibel.

Olympia 2012 ist das Ziel

Pechstein will in ihrer Heimatstadt in der 3.000-m-Einerverfolgung starten, außerdem plant sie einen Start im Sprint und im 500-m-Zeitfahren.

Ihr großes Ziel: die Olympischen Spiele 2012 in London.

In welchen Disziplinen sie tatsächlich in Berlin antritt, wird sich erst am Mittwoch herausstellen, wenn Pechstein sich in die Meldeliste eingetragen hat.

"Nichts zu verlieren"

Den Trubel um ihre Teilnahme nimmt sie gelassen. "Ich habe doch nichts zu verlieren", sagte die 39-Jährige und wehrte sich zudem gegen die Kritik.

"Wer mich noch nicht mit dem Rad auf der Bahn gesehen hat, der sollte vorsichtig mit solchen Äußerungen sein. Meisterin in meiner Altersklasse bin ich schon, da es wohl keine weitere Teilnehmerin mit 39 Jahren gibt", so Pechstein.

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Schon jetzt kämpft der Veranstalter der deutschen Meisterschaften, der Berliner Radsport-Verband, gegen einen riesigen Presseandrang.

"Wir sind sehr gespannt, wie das ablaufen wird. So viele Medienanfragen hatten wir noch nie. Und das nur wegen Frau Pechstein", sagte Pressesprecher Bernd Mülle.

Elite ist am Start

Vermutlich kann Pechstein noch am ehesten in der Einerverfolgung über 3.000 m bestehen.

Auch auf dem Eis ist Deutschlands Rekord-Olympionikin Ausdauerspezialistin. Die kurzen Strecken (500 und 1.000 m), auf denen die Schnellkraft entscheidend ist, sind nicht ihr Ding.

Neben Claudia Pechstein wird die gesamte deutsche Elite bei der Bahnrad-DM an den Start gehen.

Favoriten auf die Titel sind Vogel und deren Teamsprint-Kollegin Miriam Welte. In der Einerverfolgung gehen die Favoritinnen Lisa Brennauer und Verena Jooß an den Start.

Titelverteidigerin Charlotte Becker ist nicht in Berlin dabei, sie fährt zur Zeit beim Giro d'Italia mit.

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