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Shani Davis ist der erste farbige Eisschnelllauf-Olympiasieger © getty

Der Sponsorvertrag zwischen Arbeitsamt und Eisschnelllauf-Topstar Shani Davis aus den USA wird in Holland zum Politikum.

Den Haag - Der Sponsorvertrag zwischen der Tochterfirma des niederländischen Arbeitsamtes und Eisschnelllauf-Olympiasieger Shani Davis aus den USA wird im deutschen Nachbarland zu einem Politikum.

Der erste schwarze Olympia-Champion im Eisschnelllauf hatte am Mittwoch einen Kontrakt mit der Gesellschaft UWV unterschrieben.

Dies löste sogleich eine Debatte im niederländischen Parlament aus.

Shani Davis soll eine neue Abteilung des Arbeitsamtes landesweit bekanntmachen, die Umschulungs- und Weiterbildungsprojekte für Arbeitslose organisiert.

Vertrag beginnt am 1. Januar

Sein Vertrag beginnt am 1. Januar 2009 und endet am 1. Juni 2009. Er soll nach Angaben des niederländischen Fernsehens 50.000 Euro für sein fünfmonatiges Engagement erhalten.

Eine Mehrheit von Regierungs- und Oppositionsparteien forderte den christdemokratischen Sozialminister Piet Hein Donner auf, den Vertrag umgehend aufzulösen. (Alle Wintersport-News)

Der Minister ist der oberste Dienstherr des Arbeitsamtes. Er muss am Donnerstag das Parlament über den Vertrag informieren.

Gelder verschwendet?

Drei Oppositionsparteien sowie die Fraktion der Christdemokraten, der größten Regierungspartei, werfen dem Arbeitsamt vor, Gelder von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu verschwenden. "Hier werden öffentliche Gelder falsch eingesetzt", sagen die Abgeordneten.

Ein Sprecher des Amtes verteidigte die Verpflichtung des 26 Jahre alten Weltmeisters.

"Vorbild für unsere Zielgruppe"

"Eisschnelllaufen zählt zu den populärsten Sportarten in den Niederlanden. Davis ist sehr bekannt bei den Fans und ein Vorbild für unsere Zielgruppe. Wir haben ihn engagiert wegen seines großen Arbeitseifers, seines Durchsetzungsvermögens, seiner Karriereplanung und seiner Fähigkeit, sein Talent optimal einzusetzen", erklärte der UWV-Sprecher.

Von Geldverschwendung sei keine Sprache. Eine halbseitige Anzeigenserie in den großen Tageszeitungen sei teurer als dieser Sponsorenvertrag, fügte er hinzu.

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