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Anni Friesinger hat in ihrer Karriere 28 WM- und vier olympische Medaillen gewonnen © getty

Anni Friesinger freut sich über ihr stabiles Knie, wettert aber gegen drei Landleute. Nur eine benähme sich nicht "beschämend".

Berlin - Vorzeitige Bescherung für Anni Friesinger, doch jede Menge Zoff hinter den Kulissen.

Drei Tage vor Heiligabend durfte sich die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin schon über die erste Bescherung freuen. Bei ihrem Comeback nach 175-tägiger Verletzungspause während zweier Qualifikationsläufe in Berlin hielt das operierte Knie den Belastungen stand.

Anschließend jedoch wetterte die 31-Jährige gegen Kolleginnen, die der Veranstaltung fern geblieben waren.

Nur Wolf ausgenommen

"Es ist doch beschämend, dass der Verband so einen Wettkampf ausrichtet und einige Läuferinnen einfach nicht erscheinen. Ich fordere eine Startpflicht", schimpfte Friesinger und nannte namentlich Monique Angermüller (Berlin), Gaby Hirschbichler und Heike Hartmann (beide Inzell).

Weltrekordlerin Jenny Wolf (Berlin) nahm sie von der Kritik aus, "weil sie eh Super-Leistungen zeigt", wie Friesinger sagte.

Da nicht alle Läuferinnen in Berlin am Start waren, wird es Anfang Januar in Klobenstein ein weiteres Ausscheidungsrennen um das vierte Ticket für die Sprint-WM in Moskau geben.

Das Knie hält

"Das hätte man sich sparen können, wenn mehr Läuferinnen in Berlin dabei gewesen wären. Doch stattdessen verzichten einige, obwohl ich sie hier in der Halle gesehen habe", wetterte Friesinger, die nach ihren guten Tests nun neben Wolf und Angermüller für Moskau gesetzt ist.

Mit dem Verlauf ihres verspäteten Saisoneinstiegs war Friesinger zufrieden. "Das Wichtigste war, dass das Knie gehalten hat. Beim Start hatte ich noch einige Probleme", sagte Friesinger.

Die Zeiten waren noch nicht überragend. Im ersten Lauf über 500 m musste sie sich in 39,93 Sekunden Pamela Zoellner (Erfurt/39,88 Sekunden) geschlagen geben. Im zweiten Lauf über 1000 m ließ sie der Konkurrenz keine Chance und siegte in 1:18,23 Minuten.

Immer wieder Rückschläge

Mit den Siegen von Berlin endete für Friesinger eine lange Leidenszeit, die sie als "schwierigste Phase" ihrer Karriere bezeichnet hatte.

Ende Juni hatte sich die 31-Jährige beim Höhentraining in Österreich auf dem Rad einen Knorpeleinriss und einen Kapselriss im rechten Knie zugezogen und musste operiert werden. Neun Wochen konnte sie nur an Krücken laufen.

Anfang September nahm die 15-malige Weltmeisterin das Eistraining wieder auf, bekam aber kurze Zeit später wieder Schmerzen und musste immer wieder mit Rückschlägen leben.

"Ich mache hier mein Ding"

Freitag und Samstag hatte Claudia Pechstein in Berlin bei trostlosen deutschen Mehrkampf-Meisterschaften mühelos ihren sechsten Titel gewonnen (. Nach einer Absagen-Flut musste sich die 36-Jährige lediglich mit sieben U23-Läuferinnen messen.

Bei den Männern gewann Vorjahressieger Tobias Schneider (Berlin) vor den Chemnitzern Marco Weber und Alexej Baumgärtner.

"Das ist schon bitter, dass so wenig Top-Läuferinnen hier sind. Ich mache hier mein Ding und laufe mit halber Kraft", meinte Pechstein.

Pechstein: "Ein Fehler"

Nachdem die DM vor einer Geisterkulisse von nicht mal 100 Zuschauern stattfand und die Beteiligung mit acht Frauen und zehn Männern erschreckend schwach war, kündigte Präsident Gerd Heinze vom der Deutschen Eisschnellauf-Gemeinschaft (DESG) fürs nächste Jahr Konsequenzen an.

Hinzu kam, dass Frauen-Bundestrainer Markus Eicher entschieden hatte, die DM nicht als Qualifikation für die Mehrkampf-EM Mitte Januar in Heerenveen zu werten. "Das war wohl ein Fehler", sagte Pechstein.

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