vergrößernverkleinern
Claudia Pechstein kämpft um ihre sechste Olympia-Teilnahme © getty

Claudia Pechstein strebt auf den Langstrecken ihre Rückkehr in die Weltspitze an. Sie verklagt den Verband siebenstellig.

München - Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein fühlt sich fit genug, in dieser Saison wieder um die Top-Platzierungen mitzulaufen.

"Auf den Langstrecken möchte ich beweisen, dass ich nach wie vor unter die Top drei kommen kann, am besten bei der Einzelstrecken-WM", sagte die Berlinerin. "Hier und da zippt mal der Rücken oder das Knie, aber ich denke, dass ich für eine fast 40-Jährige noch ganz schön schnell bin."

Pechstein, die im März nach zweijähriger Dopingsperre mit zweimal WM-Bronze zurückgekehrt war, intensiviert gleichzeitig den Kampf um Rehabilitation gegen den Eislauf-Weltverband ISU sowie mit einer Schadenersatzklage gegen die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG. (NEWS: Pechstein verklagt DESG)

Der Kampf gegen die ISU

"Die grobe Zahl steht, sie wird sieben Stellen haben, sonst lacht der Verband ja nur darüber. Unser Ziel ist es letztlich aber, die ISU zur Verantwortung zu ziehen. Wenn die ISU bezahlen muss, dann versteht jeder auf der Welt, dass der Weltverband einen Fehler gemacht hat. Das wäre für mich dann der eigentliche Sieg." (NEWS: Pechstein startet mit Platz zwei)

Die Berlinerin hatte jüngst einen Teilerfolg erzielt, nachdem der Sportgerichtshof CAS die "Osaka-Regel" gekippt hat, der längere Zeit gesperrten Athleten die Teilnahme an den folgenden zwei Olympischen Spielen untersagte. Mit dem Ziel Olympia in Sotschi 2014 vor Augen könne sie nun "befreiter und lockerer" laufen.

"Es gibt in anderen Sportarten auch Leute, die über 40 noch erfolgreich sind. Wenn mein Körper mitmacht, will ich dabei sein, wenn nicht, dann würde ich auch früher aufhören," betont die 39 Jahre alte Athletin.

"Niemand ist auf mich zugekommen"

Neben der Schadensersatzklage versucht Pechstein mittels einer Selbstanzeige bei der ISU sowie bei der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA ihren Fall neu aufzurollen - bislang mit dürftigen Ergebnissen.

"Die Antwort der ISU war schockierend und sehr unbefriedigend", sagte Pechstein: "Der Fall sei für die ISU abgeschlossen, schrieb man der DESG. Von der WADA habe ich die Antwort, dass sie sich nicht zuständig fühlt. Die NADA hat erklärt, dass meine Blutwerte externen und internen Experten zur Beurteilung vorgelegt werden und sie hat angekündigt, dann auf mich zuzukommen. Das ist eine Reaktion, die ich auch von der ISU und der WADA erwartet hätte."

Am Wochenende beginnt für Pechstein mit den Deutschen Meisterschaften in Inzell die neue Saison. Neben dem gesicherten Weltcup-Platz über ihre Parade-Strecken 3.000 und 5.000 Meter will sich die 39-Jährige auch für den Weltcup über 1.500 und 1.000 Meter qualifizieren.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel