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Claudia Pechstein gewann bei Deutschen Meisterschaften bereits 14 Goldmedaillen © getty

Nach ihrer Dopingsperre kämpft Claudia Pechstein nun wieder auf dem Eis um ihren Ruf. Sie zeigt sich angriffslustig.

München/Inzell - Es ist fast 20 Jahre her, da gewann die junge Berlinerin Claudia Pechstein bei Olympia in Albertville die Bronzemedaille über 5000 m.

Nach ihrem Olympiasieg in Lillehammer, war klar, dass der deutsche Eisschnelllaufsport um eine Spitzenläuferin reicher war.

Ende 2011, nach fünf Olympiasiegen, sechs Weltmeister- und drei Europameistertiteln, sitzt Pechstein gut gelaunt und lachend in der warmen Sonne von Inzell. Sie ist mit 39 Jahren der Oldie im Teilnehmerfeld der deutschen Meisterschaften und dennoch die vermeintlich Beste.

Nach der verletzungsbedingten Absage von Konkurrentin Stephanie Beckert ist Pechstein fast ohne Konkurrenz auf den langen Strecken und demonstrierte ihre Stärke mit dem Sieg über 3000 m am Freitagabend eindrucksvoll. In 4:08,46 Minuten gewann Pechstein vor der Berlinerin Isabell Ost (4:11,07).

Fast ohne Konkurrenz

Sie ist mit 39 Jahren der Oldie im Teilnehmerfeld der deutschen Meisterschaften und dennoch die vermeintlich Beste.

Nach der verletzungsbedingten Absage von Konkurrentin Stephanie Beckert ist Pechstein fast ohne Konkurrenz auf den langen Strecken.

"Das ist schon traurig, dass ich es immer noch so leicht habe, da vorne mitzulaufen", sagt die Reizfigur des deutschen Eisschnelllaufs. Keinen Kampf hat sie je gescheut.

Das sportliche Duell gegen Gunda Niemann-Stirnemann, der fast schon legendäre Zickenkrieg mit Anni Friesinger und Stephanie Beckert.

Zuletzt ihr langer Kampf gegen die Instanzen, in erster Linie die Internationale Eisschnelllauf-Union (ISU). (NEWS: Pechstein verklagt DESG)

Sperre als vermeintliches Karriere-Ende

Nach erhöhten Retikulozyten-Werten war Pechstein im Februar 2009 für zwei Jahre gesperrt worden.

Die Berlinerin hat alles versucht, ließ Gutachten anfertigen, die belegen sollten, dass sie nicht gedopt habe, sondern dass sie ihre schwankenden Blutwerte vererbt seien.

Durch die Sperre verpasste sie die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver. Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin hatte dort ihr zehntes olympisches Edelmetall holen wollen.

Eine große Karriere neigte sich dem Ende zu.

Erstaunliches Comeback mit 39

Doch nicht mit Pechstein. Mit 39 Jahren kehrte sie im März 2011 zurück, feierte einen Monat nach Ablauf ihrer Sperre mit zwei Bronzemedaillen in Inzell ein kaum für möglich gehaltenes Comeback.(NEWS: Pechstein startet mit Platz zwei)

Und jetzt scheint ihr Ehrgeiz erst richtig geweckt. Sie will zeigen, dass sie es immer noch kann, und dass sie zu Unrecht gesperrt war.

Der sportliche Erfolg soll helfen, ihr beschädigtes Image wieder aufzupolieren. Dass dieser ausbleibt, daran zweifelt die polarisierende Berlinerin keineswegs.

"Sie macht einen sehr guten Eindruck"

"Bei der EM und WM bin ich immer für eine Medaille zu haben", sagt sie voller Überzeugung.

Ihr Alter stellt für sie kein Problem dar: "Ich bin so alt, aber ich fühle mich nicht so. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich in dem Alter noch so laufen kann."

Chef-Bundestrainer Markus Eicher ist angetan: "Das ist unglaublich, was sie mit ihren 39 Jahren leistet. Sie macht einen sehr guten Eindruck."

Auch Mehrkampf-Bundestrainer Stephan Gneupel bescheinigt ihr ein gutes Leistungsniveau.

Olympia 2014 bleibt das Ziel

Die deutschen Meisterschaften sind aber nur einzelner Gradmesser.

"Ich freue mich, endlich mal wieder eine komplette Saison dabei zu sein", sagt sie und fügt wie selbstverständlich hinzu: "Und das wird sich die nächsten drei Jahre wohl auch nicht ändern."

Dann, 2014, im Alter von 43 Jahren, sind die Olympischen Spiele in Sotschi, bei denen Pechstein ihre zehnte olympische Medaille holen will, die sie in Vancouver nicht gewinnen konnte.

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