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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Claudie Pechstein sammelte in ihrer Karriere bereits 36 WM-Medaillen © getty

Claudia Pechstein feiert beim Weltcup-Auftakt in Russland ein gelungenes Comeback. Auch zwei neue Gesichter können überzeugen.

Tscheljabinsk/München - Claudia Pechstein wieder zurück, Jenny Wolf mit neuer Konkurrenz.

Neben den beiden Altstars der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) sind bei der Weltcup-Premiere im russischen Tscheljabinsk zwei weitere Athleten ins Rampenlicht gelaufen: Moritz Geisreiter und Monique Angermüller. Drei Mal Platz drei lautete unter dem Strich aus DESG-Sicht die Bilanz des ersten Weltcup-Wochenendes.

Bestleistung für Angermüller

Die 27-jährige Angermüller hatte auf den 1500 m für die große Überraschung gesorgt. Die Deutsche Meisterin lief in 1:58,70 eine Zeit, die erst die "Großen" der Szene knacken konnten.

Platz vier bedeutete für die Berlinerin das beste Weltcup-Ergebnis ihrer Karriere auf dieser Strecke.

"Monique hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht", sagte DESG-Teamchef Helge Jasch.

Pechstein mit gelungenem Comeback

Den ersten deutschen Podestplatz der internationalen Saison hatte Claudia Pechstein geholt.

Auch nach ihrer zweijährigen Zwangspause wegen erhöhter Blutwerte zählt die 39-Jährige anscheinend immer noch zur Weltklasse.

Über 3000 m landete sie in 4:07,81 Minuten nur knapp hinter den Topstars um Vancouver-Olympiasiegerin Martina Sablikova (Tschechien/4:06,54) und Weltmeisterin Ireen Wüst (Niederlande/4:07,16).

Auch über die ungeliebten 1500 m zeigte sie mit Platz acht eine gute Leistung.

In der Teamverfolgung erreichte Pechstein gemeinsam mit Angermüller und Isabell Ost (Berlin) einen mäßigen fünften Platz.

Wolf bekommt Konkurrenz

Jenny Wolf bekommt dagegen allmählich ernstzunehmende Konkurrenz.

Von der jahrelangen Dominanz der Weltrekordlerin auf den 500 m (Platz 7/Platz 3) war nicht mehr viel zu sehen.

Die sechsmalige Gesamtweltcup-Siegerin hatte in beiden Rennen mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf die überragende Chinesin Jing Yu.

"Man muss konstatieren, dass die anderen einen Schritt nach vorne gemacht haben", sagte Jasch.

Überraschung durch Geisreiter

Für einen unerwarteten Erfolg sorgte der Inzeller Moritz Geisreiter.

Der deutsche Meister lief über 5000 m in beeindruckenden 6:25,52 Minuten auf Platz sechs - seine beste Weltcup-Platzierung.

"Ich bin total glücklich", sagte der 23-Jährige. "Ich wollte unter die ersten Zehn, jetzt bin ich nur drei Sekunden hinter dem Podium. Das muss man erstmal verarbeiten."

Mit seiner Zeit rückte der Zwei-Meter-Mann nah an die Weltspitze, in die Superstar Sven Kramer nach anderthalbjähriger Verletzungspause zurückgekehrt ist. Der Vancouver-Olympiasieger musste lediglich den neuen niederländischen Meister Jorrit Bergsma (6:18,74) den Vortritt lassen.

Bronze in der Teamverfolgung

Den dritten Podiumsplatz für die DESG holten die Männer in der Teamverfolgung.

Das Trio Patrick Beckert (Erfurt), Marco Weber (München) und Alexej Baumgärtner (Chemnitz) lief starke 3:45,23 Minuten. Lediglich die Favoriten aus den Niederlanden um Sven Kramer und Team-Weltmeister USA um Shani Davis waren schneller.

Ein versöhnliches Ende gelang immerhin Samuel Schwarz.

Nach seinen völlig missglückten Auftritten über 500 m (Letzter/disqualifiziert) rehabilitierte sich der deutsche Meister über 1000 m mit guten 1:09,68 Minuten und Platz sechs.

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