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Jenny Wolf hat den Weltcup 08/09 schon in trockenen Tüchern © getty

Jenny Wolf hat den vierten Weltcup-Sieg in Folge schon sicher in der Tasche. Doch die Berlinerin will noch mehr.

München - Sie rennt zurzeit alles in Grund und Boden, doch ihren Erfolgshunger hat die "Wölfin" noch längst nicht gestillt:

Eis-Sprinterin Jenny Wolf will am Wochenende in Erfurt ihre Weltcup-Siege Nummer 38 und 39 herausfahren.

Anschließend will sie mit Freund und Familie an ihrem 30. Geburtstag auf den Gewinn des Gesamtweltcups anstoßen.

"Momentan muss ich gewinnen. Alles andere wäre ein Rückschritt", sagt Wolf vor den beiden Rennen über 500 m am Freitag und Samstag.

Auf ihrer Spezialstrecke triumphierte die 29-Jährige am vergangenen Wochenende beim Weltcup im russischen Kolomna gleich zweimal und stellte in 37,51 Sekunden einen Flachbahn-Weltrekord auf.

Zudem gelang ihr ein Sieg über 100 m. "Ich laufe zurzeit auf hohem Niveau, doch mein Ziel ist es, mich weiter zu steigern", sagte die Berlinerin.

Weltcup ist sicher

Da die Südkoreanerin Lee Sang-Hwa für Erfurt nicht gemeldet hat, ist Wolf der Sieg im Gesamtweltcup nicht mehr zu nehmen. Bereits vor dem Doppelstart in Erfurt hat die Berlinerin 295 Punkte Vorsprung auf ihre ärgste Verfolgerin.

Lee kann im letzten Rennen beim Weltcup-Finale in Salt Lake City höchstens 150 Punkte aufholen. "Den Gesamt-Weltcup viermal in Folge gewonnen zu haben, ist etwas Besonderes", sagt Wolf.

Geburtstags-Party geplant

Für Samstagabend hat die Sprinterin bereits einen bunten Programmpunkt geplant. Da will sie vor Ort ihren 30. Geburtstag feiern. Natürlich soll auf den Gesamtsieg angestoßen werden. "Es ist schön, dass ich an diesem Tag in Deutschland laufe und mein Freund und meine Familie mitfeiern können", sagt Wolf.

Durch ihre Erfolge am vergangenen Wochenende sicherte Wolf sich ihre Weltcup-Siege Nummer 35 bis 37. In der ewigen Siegerliste des Weltcups liegt sie damit auf Platz vier hinter Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt/98), Bonnie Blair (USA/69) und Anni Friesinger (Inzell/55).

Wolf: "Das ist schon irre"

"Früher habe ich diese Läuferinnen bewundert, jetzt stehe ich mit ihnen in einem Ranking. Das ist schon irre", sagt Wolf und kann manchmal ihren Erfolg selbst nicht fassen.

Zuvor aber will die studierte Literaturwissenschaftlerin auf dem Eis ihre aktuell Sonderstellung demonstrieren, auch wenn die Halle in Erfurt nicht zu ihren Lieblingsbahnen gehört.

"Erfurt ist schön, die Bahn nicht"

"Erfurt ist eine schöne Stadt, doch die Bahn lieb' ich nicht. In den Kurven wird es sehr eng. Da ist schnell ein Fehler passiert, den man später nicht mehr wettmachen kann", sagt Wolf.

Priorität Vancouver

Doch so wichtig die Weltcup-Läufe am Wochenende auch sind, Priorität genießt für die bescheiden und zurückhaltend auftretende Wolf die Einzelstrecken-WM in Vancouver Mitte März.

"Das ist unser großes Finale auf der Olympiabahn. Da will ich ganz vorne landen", sagt Wolf, die sich auch dort wieder für die 500 m gehörig unter Druck setzt. Kein Wunder, schließlich geht sie auch bei der WM als Titelverteidigerin ins Rennen.

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