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In Richmond finden vom 12. bis 15. März die Weltmeisterschaften statt © getty

Die DESG erwägt rechtliche Schritte gegen eine Journalistin, die im TV über angebliche Doping-Gerüchte gesprochen hatte.

Richmond - Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) setzt sich gegen aufgekommene Dopingvorwürfe zur Wehr.

Wie DESG-Präsident Gerd Heinze bestätigte, erwägt der Verband derzeit rechtliche Schritte gegen die niederländische TV-Journalistin Ria Visser.

Die ehemalige Eisschnellläuferin soll am vergangenen Wochenende im Rahmen des Weltcup-Finales in Salt Lake City in einer Live-Sendung des niederländischen TV-Senders "NOS" gesagt haben, sie habe aus verschiedenen Quellen von Gerüchten erfahren, die in Zusammenhang mit einem möglichen Dopingfall im deutschen Team stehen.

"Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und überprüfen rechtliche Schritte", sagte DESG-Präsident Gerd Heinze: "Wir haben vom Weltverband ISU beziehungsweise der nationalen oder internationalen Antidoping-Agentur keine Meldung über einen positiven Dopingfall bekommen."

DESG-Teamchef Helge Jasch bestätigte am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Richmond, wo derzeit die Einzelstrecken-WM stattfindet: "Uns wurde von der ISU gesagt, dass nichts vorliegt."

Zimmermann und Schumacher wissen von nichts

ISU-Vizepräsident Gerhard Zimmermann und DESG-Sportdirektor Günter Schumacher sagten ebenfalls, sie wüssten nichts von einem positiven Dopingfall.

Jasch und Schumacher, selbst Mitglied der Technischen Kommission der ISU, verwiesen an Jane Moran, Vorsitzende der Medizinischen Kommission der ISU, die für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar war.

"Wer kann schon eine Hand ins Feuer legen?"

Auf die Frage, ob er denn ausschließen könne, dass in der deutschen Mannschaft gedopt werde, antwortete Jasch: "Wer kann schon eine Hand ins Feuer legen? Ich gehe davon aus, dass unsere Athleten mehr trainieren als die anderen."

Visser sagte, sie habe sich nichts vorzuwerfen, da sie keine Namen genannt habe. Einer möglichen rechtlichen Auseinandersetzung sehe sie gelassen entgegen.

Jasch, der die Aussagen nicht persönlich gehört hat, bezeichnete sie dennoch als bedenklich und "journalistisch fragwürdig".

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