Neue Doping-Gerüchte belasten den deutschen Eisschnelllauf schwer und haben auch den Heim-Weltcup in Erfurt überschattet.

Ermittlungen des Bundeskriminalamtes gegen die Läuferinnen Heike Hartmann und Bente Kraus sowie Spekulationen über weitere Verdächtige drängten die Siege von Jenny Wolf und Monique Angermüller in den Hintergrund.

Die Hausdurchsuchungen bei den wenig prominenten Athletinnen Hartmann und Kraus sind offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Ein BKA-Ermittler bestätigte der "Süddeutschen Zeitung", dass sich unter den Athleten, die im Zuge der Ermittlungen im Fall Claudia Pechstein ins Visier geraten seien, "auch Olympia-Teilnehmer" befänden.

Hartmann, die in Erfurt trotz allem an den Start ging, und Kraus gehörten nicht zum deutschen Team in Vancouver. "Davon ist mir nichts bekannt", sagte Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).

Er kritisierte die angeblich mangelnde Diskretion der Ermittler scharf: "Das ist nicht hinnehmbar. Der Schaden für die Sportlerinnen ist immens." Heinze forderte, "zwischen Zeugenbefragungen, die es in diesem Fall gegeben hat, und konkreten Verdächtigungen zu differenzieren".

Da dies bislang nicht geschehe, "werden wir, die wir im Fall Pechstein selbst Anzeige gegen Unbekannt gestellt haben, zu Unrecht unter Generalverdacht gestellt", sagte Heinze.

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